Schulreformen: Ich will über meine Zukunft mitreden können

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Volontärin · BRG Kufstein
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25.08.2026
2 Min.

Ich sitze im Matheunterricht und rechne aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit zwei bestimmte Mädchen irgendwann am selben Tag in unseren Bus einsteigen. Zehn Minuten später frage ich mich, warum ich eigentlich genau das berechnen kann, aber nicht, welche Fächer ich in der Schule überhaupt lernen möchte. Vielleicht wäre meine Zukunft leichter vorherzusagen, wenn ich bei ihr selbst ein bisschen mehr mitentscheiden dürfte.

Ob ich das jemals wieder brauchen werde? (Foto: Mathilda Pavlov )

Ich finde es seltsam, dass wir in der Schule so viele Jahre verbringen und trotzdem nur selten selbst entscheiden dürfen, womit wir diese Zeit verbringen. Natürlich gibt es Fächer, die jeder einmal kennenlernen sollte. Aber irgendwann sollte es doch möglich sein, stärker nach den eigenen Interessen und Stärken auszuwählen.

Stattdessen sitze ich im Unterricht, schreibe Dinge von der Tafel ab und weiß schon währenddessen, dass ich sie für die nächste Schularbeit auswendig lernen werde. Eine Woche später ist vieles davon wieder verschwunden. Gleichzeitig gibt es Themen, bei denen ich mich wirklich frage, was sie mit meinem späteren Leben zu tun haben.

Ich würde gerne ausprobieren, bevor ich mich entscheiden muss


Ich weiß heute noch nicht genau, was ich später machen möchte. Genau deshalb würde ich mir mehr Wahlmöglichkeiten wünschen.

Vielleicht ein Fach wie Psychologie, in dem man versteht, warum Menschen sich so verhalten, wie sie es tun. Oder Wirtschaft, Recht, Medien, Architektur, Programmieren oder etwas ganz anderes. Nicht jeder muss dasselbe ausprobieren. Aber jeder sollte die Möglichkeit bekommen, Dinge kennenzulernen, die bisher vielleicht gar nicht auf seinem Stundenplan stehen.

Denn wie soll ich herausfinden, was zu mir passt, wenn ich kaum die Chance bekomme, es auszuprobieren?

Die Schule könnte uns etwas über uns selbst erzählen


Ich glaube, Schule sollte nicht nur zeigen, was wir können. Sie sollte uns auch dabei helfen herauszufinden, wer wir eigentlich sind.

Vielleicht würde ich nach einem Semester Psychologie feststellen, dass mich das Thema überhaupt nicht interessiert. Gut. Dann weiß ich etwas über mich. Vielleicht würde ich in einem Informatikkurs plötzlich merken, dass mir etwas liegt, von dem ich vorher nie gedacht hätte, dass es mich interessiert. Auch das wäre etwas, das ich mitnehmen könnte.

Und vielleicht könnte ich dann irgendwann tatsächlich besser sagen, wo ich hinmöchte.

Bis dahin kann ich zumindest weiterhin versuchen, im Matheunterricht die Wahrscheinlichkeit meines Busproblems zu berechnen. Meine Zukunft ist zwar noch ziemlich unklar, aber immerhin weiß ich jetzt, wie man sie statistisch analysieren könnte.



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