Schlafen statt Schlurfen: Warum wir erst zwanzig Minuten später in die Schule sollten

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Volontär · Mittelschule St. Ruprecht
23.01.2026
2 Min.

Früh aufstehen, müde im Klassenzimmer sitzen und erst nach der zweiten Stunde richtig wach werden. So sieht der Schulalltag vieler Jugendlicher aus. Studien zeigen: Schon ein minimal späterer Unterrichtsbeginn verbessert die Konzentration und das Wohlbefinden deutlich. Die Frage ist also nicht, ob Schlaf wichtig ist, sondern warum Schule noch immer so früh startet.

Ein bisschen mehr Schlaf täte uns allen gut. (Foto: pixabay/ptksgc)

Kinder und Jugendliche wissen es längst: Wenn die Schule morgens später beginnt, fühlen sich viele ausgeschlafener und fitter. Schon eine kleine Verschiebung des Unterrichtsbeginns kann einen Unterschied machen, wie Psychologinnen und Psychologen der Universität Basel herausgefunden haben.

Ihre Studie zeigte, dass bereits 20 Minuten späterer Unterrichtsbeginn positive Auswirkungen hat. Das Forschungsteam rund um Prof. Sakari Lemola befragte über 2.700 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren. Das Ergebnis: Schülerinnen und Schüler, deren Unterricht um 8 Uhr beginnt, schlafen im Durchschnitt rund 15 Minuten länger und sind tagsüber wacher als jene, die schon um 7.40 Uhr im Klassenzimmer sitzen.

Mehr Unterricht am Nachmittag?

Sollte die Schule also später anfangen? In letzter Zeit wird diese Frage immer öfter diskutiert, sogar auf Plattformen wie TikTok. Meine Meinung dazu ist zwiegespalten. Einerseits würde ein späterer Schulbeginn vielen guttun, weil man ausgeruhter ist und sich besser konzentrieren kann. Gerade in den ersten Stunden merke ich oft, wie schwer es fällt, richtig mitzudenken, obwohl der Stoff eigentlich machbar wäre.

Andererseits würde ein späterer Start bedeuten, dass der Unterricht länger in den Nachmittag hineinreicht. Das könnte dazu führen, dass weniger Zeit für Lernen, Hobbys oder einfach zum Abschalten bleibt. Nach einem langen Schultag sinkt oft auch die Motivation, noch Hausaufgaben zu machen oder sich auf Tests vorzubereiten.

Trotzdem halte ich einen Kompromiss für sinnvoll. Ein um etwa 20 Minuten späterer Schulbeginn würde den Tagesablauf nicht komplett verändern, könnte aber schon viel bewirken. Mehr Schlaf bedeutet mehr Aufmerksamkeit, bessere Leistungen und weniger Stress. Schule sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch auf die Bedürfnisse von Jugendlichen Rücksicht nehmen – und dazu gehört ausreichend Schlaf.


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