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Schule in den 1960er Jahren: Meine Oma musste Kartoffeln klauben, mein Opa bekam Schläge

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Volontär · BG / BRG Schwechat
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14.09.2026
2 Min.

Wenn ich mich über eine schwere Schularbeit oder einen verspäteten Schulbus beschwere, muss meine Oma lachen. Ihre Schulzeit in der Slowakei der 1960er-Jahre hatte mit meiner wenig gemeinsam. Und auch mein Opa erinnert sich an eine Schule, in der statt Kartoffelfeldern strenge Lehrer und das Holzlineal auf ihn warteten.

Blicke in den Schulalltag vergangener Jahrzehnte (Foto: (Symbolbild: Unsplash / Boston Public Library))

Meine Oma rollt die Augen, wenn ich mich über verspätete Schulbusse oder eine schwere Schularbeit beschwere. In den 1960er-Jahren sah ihr September im ländlichen Osten der Slowakei völlig anders aus. Wenn das Schuljahr begann, saß sie oft erst Wochen später das erste Mal in der Klasse.

Zwischen Ernteeinsatz und gefrorenen Tintenfässern

Sobald im Herbst die Erntezeit anbrach, rief die landwirtschaftliche Genossenschaft im Dorf die sogenannte „Zemiaková brigáda“ aus, den verpflichtenden Kartoffeleinsatz für Schulkinder. Das Schulgebäude blieb geschlossen, stattdessen ging es im Morgengrauen hinaus auf die nassen Felder. „Wir haben bei kühlem Wind stundenlang Kartoffeln aus der Erde gegraben und auf Traktoren geladen“, erzählt Oma und reibt sich unwillkürlich die Hände. Wer trödelte oder sich drückte, kassierte im Betragenszeugnis drastische Punktabzüge.

Echten Unterricht gab es erst, wenn der Frost über die Felder zog. Doch auch das Klassenzimmer bot wenig Komfort. Weil Kohle Mangelware war, musste jedes Kind morgens ein trockenes Stück Holz von zu Hause mitbringen, um den kleinen Gusseisenofen im Raum zu füttern. Wer sein Holzstück vergaß, saß in der hintersten, eiskalten Ecke. An kalten Tagen fror regelmäßig die Tinte in den Gläsern auf den Holztischen ein, sodass die Kinder die Behälter erst in ihren Händen auftauen mussten, bevor der Stift überhaupt eine Linie zog. Auch sprachlich galt eine strenge Disziplin: Wer auf dem Pausenhof versehentlich den regionalen Dialekt statt der vorgeschriebenen Hochsprache nutzte, schrubbte nach dem Unterricht die Stufen der Schule.

Der Blick nach Österreich: Strenge ohne Kartoffelfeld

Als ich anschließend meinen Opa über seine Schulzeit befragte, schüttelt er den Kopf. In seiner Schulzeit im Niederösterreich der Nachkriegsjahre gab es zwar genug Heizmaterial und keine Feldarbeit, dafür aber ein hochgradig autoritäres System.

„Wir hatten keine Kartoffel-Brigaden, aber dafür Lehrer, die keinen Millimeter Abweichung duldeten“, erinnert sich Opa. Wer das Einmaleins an der Tafel nicht fehlerfrei aufsagen konnte, musste die Hände flach auf das Pult legen. Das Holzlineal der Lehrperson traf dann ohne Vorwarnung die Fingerknöchel, sogenannte Tatzen. Der Schmerz war das eine, die Scham vor den Mitschülern das andere. Sich zu Hause auszuheulen, war keine Option, denn von den Eltern gab es meist nur die Rückmeldung: Der Lehrer wird schon seinen Grund gehabt haben.

Zwei Welten, eine Erkenntnis

Legen wir die Lebensläufe nebeneinander, prallen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Auf der einen Seite die Ostslowakei mit ihrer materiellen Knappheit, kollektiver Feldarbeit und einfachen Verhältnissen. Auf der anderen Seite das österreichische System, das zwar besser ausgestattet war, ab

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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