Ein dunkelblauer Mantel, eine Hose und ein weißer Hijab: So sah die Schuluniform einer älteren Dame aus, die ich über ihre Schulzeit im Iran befragt habe. Ich wollte wissen, wie ihr Schulalltag damals aussah.
Ihr Unterricht begann um 8 Uhr und dauerte bis 12 Uhr. Sechs Tage pro Woche ging sie zur Schule. Jeden Tag gab es eine Aufteilung: Manche Schülerinnen besuchten den Unterricht am Vormittag, andere am Nachmittag. Die Schuluniform war für alle Pflicht. Sie bestand aus einem dunkelblauen Mantel mit einer Hose und einem weißen Hijab.
Die Volksschule dauerte fünf Jahre. Dort hatte sie Mathematik, Malen, Sport, Persisch, Islamunterricht und Biologie. Biologie war damals allerdings einfacher als heute. Danach folgte die dreijährige Mittelstufe. Dort standen Mathematik, Biologie, Englisch, Sport, Persisch, Sachunterricht und Islamunterricht auf dem Stundenplan. Das Gymnasium dauerte vier Jahre. Zu den Fächern gehörten Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, Englisch, Sport, Islamunterricht und Persisch. Auch dort dauerte der Unterricht jeden Tag von 8 bis 12 Uhr.
Ihre Lieblingsfächer waren Mathematik und Physik. Sie mochte sie besonders, weil sie dafür nicht so viel auswendig lernen musste. Die Inhalte konnte sie sich gut merken und hatte deshalb Freude an diesen Fächern. Englisch mochte sie dagegen überhaupt nicht. Für sie war die Sprache schwierig und sie konnte sie nicht so gut lernen.
Strenger als heute
Die Lehrerinnen waren nett, aber gleichzeitig strenger als heutzutage. Wenn etwas passiert war, riefen sie die Eltern an. Manchmal durfte das Kind nicht wieder in die Klasse, bis die Eltern in die Schule gekommen waren.
Auch die Fingernägel kontrollierten die Lehrerinnen. Wenn Schülerinnen lange Nägel hatten, schlugen sie ihnen mit einem Lineal auf die Handfläche. Auch für nicht gemachte Hausübungen gab es solche Strafen. Das kam allerdings nur in der Volksschule vor, nicht mehr in den höheren Klassen.
In jedem Fach gab es drei Tests. Die Noten reichten von 0 bis 20, wobei 20 die beste Note war. Wer weniger als 10 Punkte hatte, bestand das Fach nicht und musste im Sommer einen Wiederholungstest machen. Das galt allerdings nur für einige Fächer. Wer mehrere Fächer nicht schaffte, musste die Klasse wiederholen.
Schule ohne Internet
Ihre Hausübungen machten die Schülerinnen selbstständig. Internet gab es damals noch nicht. Die Aufgaben waren meistens nicht besonders schwierig. Wenn etwas unklar war, sagten sie es der Lehrerin, die es ihnen erklärte.
Für die Schule brauchten sie eine Schultasche, Stifte, Wasserfarben, ein Lineal, ein Geodreieck, einen Zirkel, einen Radiergummi, eine Füllfeder, Hefte, Bücher, ein Malheft und andere Schulsachen. Die Füllfedern waren allerdings anders als die heutigen: Zum Schreiben musste man sie in Tinte eintauchen. Digitale Geräte wie Computer gab es in der Schule nicht.
Ihre Schule lag in der Nähe ihres Zuhauses, deshalb ging sie immer zu Fuß. In ihrer Klasse waren ungefähr 28 bis 30 Schülerinnen. Buben und Mädchen waren getrennt. Die Buben besuchten eine eigene Schule, die Mädchen eine eigene.
Pausen im Schulhof
In den Pausen waren die Schülerinnen meistens im Schulhof. Dort spielten sie mit ihren Freundinnen und unterhielten sich. Nur wenn sie krank waren, durften sie sich im Klassenzimmer aufhalten. Während der Pause gingen sie auch auf die Toilette. Zu essen gab es Kekse, iranische Speisen, Obst und andere Dinge.
Heute sieht sie einige Unterschiede zu ihrer eigenen Schulzeit. Sie findet, dass Kinder heutzutage viele Dinge lernen und teilweise bessere Möglichkeiten haben, zu lernen. Früher gab es im Iran außerdem keine Kindergärten, heute gibt es sie.
Aus ihrer Schulzeit würde sie gerne die Kinobesuche, Ausflüge und andere spannende Erlebnisse zurückhaben. Gleichzeitig findet sie es schade, dass die Bildung damals nicht so gut war wie heute. Besonders bedauert sie, dass sie kein Englisch kann.
Zum Schluss bedanke ich mich herzlich bei der älteren Dame, die sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten. Durch das Interview habe ich viel darüber erfahren, wie Schule im Iran früher aussah. Ihre Erinnerungen waren für mich sehr interessant und haben mir gezeigt, wie sehr sich Schule im Laufe der Zeit verändert hat.
Heute gibt es im Iran weiterhin sehr strenge staatliche Vorgaben, insbesondere für Mädchen: Schulen sind grundsätzlich nach Geschlechtern getrennt, Kleidung und Hijab unterliegen Regeln, und die islamischen Vorgaben spielen weiterhin eine große Rolle.
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