Es ist kurz nach Mittag. Der Ventilator bringt kaum noch etwas, die Trinkflasche ist längst leer und alle schauen immer wieder auf die Uhr. Die Lehrerin erklärt noch ein neues Thema, doch ehrlich gesagt hört kaum noch jemand richtig zu. Nicht, weil wir nicht wollen – sondern weil die Hitze uns einfach fertig macht.
Ich glaube, fast jede und jeder von uns kennt solche Schultage. Wenn draußen mehr als 30 Grad herrschen, wird auch das Klassenzimmer schnell zur Sauna. Konzentration fällt schwer, Kopfschmerzen nehmen zu und selbst einfache Aufgaben fühlen sich plötzlich anstrengend an. Trotzdem läuft der Unterricht meistens ganz normal weiter.
Lernen funktioniert nicht bei extremer Hitze
Natürlich gehört Schule dazu und nicht jeder Tag kann angenehm sein. Aber Lernen funktioniert nur dann gut, wenn wir uns auch konzentrieren können. Genau das ist bei großer Hitze oft kaum noch möglich.
Viele Schulgebäude wurden gebaut, als Hitzewellen noch seltener waren. Klimaanlagen gibt es nur in wenigen Klassen, Außenjalousien fehlen oft und selbst richtiges Lüften hilft irgendwann nicht mehr. Am Nachmittag ist die Luft stickig und jeder wartet nur noch darauf, dass der Schultag endlich vorbei ist.
Die Frage ist deshalb: Was bringt Unterricht, wenn kaum noch jemand aufnahmefähig ist?
Der Sommer hat sich verändert
Früher waren Temperaturen über 35 Grad eher eine Ausnahme. Heute erleben wir fast jeden Sommer mehrere Hitzewellen. Trotzdem orientieren sich die Ferienzeiten noch immer an Bedingungen, die längst nicht mehr der Realität entsprechen.
Wir sprechen ständig darüber, wie wir uns an den Klimawandel anpassen müssen. Warum gilt das nicht auch für die Schule? Wenn sich die Sommer verändern, sollten wir auch darüber nachdenken, ob unser Schuljahr noch sinnvoll eingeteilt ist.
Natürlich gibt es auch Gegenargumente
Es gibt Menschen, die eine Vorverlegung der Ferien kritisch sehen. Manche Eltern müssten ihren Urlaub anders planen, Unternehmen müssten sich anpassen und auch der Schulkalender wäre schwieriger zu organisieren.
Diese Argumente sind nachvollziehbar. Trotzdem sollte die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern wichtiger sein als ein Stundenplan, der vor vielen Jahren entstanden ist. Wenn Unterricht wegen der Hitze kaum noch sinnvoll möglich ist, bringt es niemandem etwas, an den bisherigen Terminen festzuhalten.
Ich würde noch weiter gehen
Wenn ich darüber entscheiden könnte, würde ich die Ferien nicht einfach dauerhaft zwei Wochen vorverlegen. Ich würde sie flexibler gestalten. In besonders heißen Jahren könnten sie früher beginnen, während sie in kühleren Sommern wie gewohnt stattfinden.
Außerdem sollte endlich mehr in unsere Schulen investiert werden. Außenbeschattung, bessere Belüftung oder klimafreundliche Kühlsysteme wären keine Luxusprojekte, sondern Investitionen in bessere Lernbedingungen. Denn wir verbringen einen großen Teil unseres Tages in der Schule – und sollten dort auch im Sommer vernünftig lernen können.
Ich finde deshalb, dass zwei Wochen früher beginnende Sommerferien ein sinnvoller erster Schritt wären. Sie lösen zwar nicht alle Probleme, würden aber zeigen, dass Schule sich an die Realität anpasst und unsere Gesundheit ernst nimmt.
Denn seien wir ehrlich: Wenn wir bei 35 Grad kaum noch klar denken können, lernen wir auch kaum noch etwas. Und genau deshalb sollte Schule nicht nur nach dem Kalender funktionieren, sondern auch nach gesundem Menschenverstand.
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