Elfjährige wird auf dem Heimweg von der Schule Opfer einer Vergewaltigung. 17-Jährige wird unter Drogen gesetzt und vergewaltigt. Ein Mädchen wird zu Hause mehrfach von ihrem eigenen Freund missbraucht und erleidet schwere Verletzungen.
Dies alles sind Schlagzeilen, die schockieren. Schlagzeilen, die Angst machen. Schlagzeilen, die uns eigentlich tagelang beschäftigen und uns die Nächte wachhalten sollten. Doch meist verschwinden sie schon nach wenigen Stunden wieder aus unserem Bewusstsein. Doch die nächste Nachricht folgt, der nächste Skandal, der nächste Fall und das fast tagtäglich.
Keine Einzelfälle
Es handelt sich nicht um Einzelfälle, denn sexuelle Übergriffe passieren die ganze Zeit überall. Und nur weil wir sie nicht unbedingt bemerken, heißt das nicht, dass sie nicht existieren. Auf Schulwegen, in Parks, auf Partys, in öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar dort, wo sich Menschen eigentlich wohlfühlen sollten, innerhalb der eigenen vier Wände. Opfer sind Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch ältere Menschen und diese haben alle eines gemeinsam. Niemand von ihnen hat darum gebeten oder es sich ausgesucht, Opfer solcher Gewalt zu werden.
Die erschreckende Realität ist, dass sexuelle Gewalt so häufig in den Nachrichten vorkommt, dass wir es langsam schon fast als „normal“ empfinden. Strafen, die oft so milde ausfallen, als hätte man nur einen reinen Gegenstand beschädigt, gehören zur Normalität. Wir lesen die Nachrichten, denken, wenn überhaupt, kurz darüber nach und vergessen es wieder, da es langsam so wirkt, als würde es halt einfach zum Leben dazugehören. Doch wir vergessen, dass hinter jeder dieser schrecklichen Nachrichten ein Mensch steht, dessen Leben durch Angst, Scham, Trauma und vielem mehr für immer geprägt sein wird.
Wenn sexuelle Übergriffe zur alltäglichen Nachricht werden, entsteht die Gefahr, dass sie von der Gesellschaft einfach akzeptiert werden und genau das müssen wir gemeinsam verhindern. Jede einzelne Tat ist eine Verletzung der Selbstbestimmung und der Würde eines Menschen. Jede Tat verändert Leben. Jede Tat ist eine Tat zu viel.
Das Thema benötigt weit mehr als nur Aufmerksamkeit und Betroffenheit. Es benötigt Aufklärung, konsequente Strafverfolgung und eine Gesellschaft, die für die Opfer kämpft, anstatt wegzusehen.
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