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Schon als Model gejobbt? Werbeagenturen suchen "ganz normale" Jugendliche für Social Media-Videos

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Redakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
02.08.2026
2 Min.

Für Werbevideos auf TikTok oder Instagram braucht es längst keine Models oder Influencer mit tausenden Followern mehr. Immer öfter suchen Agenturen Schülerinnen, Schüler und Studierende ohne Kameraerfahrung. Wir zeigen, wie du an solche Jobs kommst und was du dabei verdienen kannst.

Für Social-Media-Kampagnen setzen Unternehmen immer häufiger auf ganz normale Menschen statt auf bekannte Influencer oder Models. (Foto: Pixabay)

Du scrollst durch TikTok und plötzlich taucht Werbung für ein neues Deo, einen Supermarkt oder ein Fitnessstudio auf. Die Person vor der Kamera kommt dir nicht bekannt vor. Keine Influencerin, kein Model, kein Realitystar.

Das könnte Absicht sein.

Immer mehr Unternehmen setzen bei ihrer Werbung auf sogenannte „Social Faces“. Dahinter stecken ganz normale Menschen, die für einen Tag oder ein paar Stunden vor der Kamera stehen und anschließend wieder ihrem Alltag nachgehen. Gerade für Jugendliche und Studierende kann das ein spannender Nebenjob sein.

Wie kommt man an so einen Job?

Anders als bei klassischen Modelagenturen braucht es dafür meist weder Laufstegerfahrung noch tausende Follower auf Instagram. Oft reicht ein sympathisches Bewerbungsvideo und der Link zum eigenen Social-Media-Profil.

Eine Wiener Kreativagentur, die sich auf solche Kampagnen spezialisiert hat, ist Kju:. Geschäftsführer René Welter erzählt, dass regelmäßig neue Gesichter gesucht werden. In der hauseigenen Datenbank befinden sich inzwischen rund 250 sogenannte Social Faces. Rund 90 Prozent davon sind jünger als 30 Jahre.

Gesucht werden dabei keine perfekten Models. Viel wichtiger ist, authentisch zu wirken. Mal spielt man eine Kundin im Supermarkt, mal einen Schüler oder einen Gast bei einer Veranstaltung. Genau diese Natürlichkeit wünschen sich viele Unternehmen heute für ihre Social-Media-Kampagnen.

Was verdient man?

Reich wird man mit solchen Einsätzen nicht. Laut Kju: liegt die Bezahlung meist bei rund 15 Euro pro Stunde. Pro Auftrag kommen häufig weniger als 100 Euro zusammen. Dazu gibt es manchmal Produkte, die im Rahmen der Kampagne getestet oder beworben werden.

Für viele Schülerinnen, Schüler und Studierende ist das trotzdem interessant. Die Einsätze dauern oft nur wenige Stunden und lassen sich gut mit Schule, Studium oder einem anderen Nebenjob verbinden.

Warum suchen Unternehmen plötzlich normale Jugendliche?

Noch vor wenigen Jahren setzten viele Marken fast ausschließlich auf Influencer oder professionelle Models. Heute wollen Unternehmen näher an ihrer Zielgruppe sein.

„Social Media sind von Menschen für Menschen gemacht“, sagt René Welter. Inhalte mit echten Gesichtern wirkten glaubwürdiger und persönlicher als perfekt inszenierte Werbekampagnen.

Deshalb stehen heute immer öfter Menschen vor der Kamera, die vorher noch nie bei einem Werbedreh dabei waren.

Nicht alles ist perfekt

Der Job hat allerdings auch Nachteile. Viele Einsätze werden kurzfristig vergeben und regelmäßige Aufträge gibt es nicht. Wer Social Face wird, sollte deshalb nicht mit einem sicheren Einkommen rechnen. Auch der große Durchbruch in der Werbebranche bleibt für die meisten aus.

Trotzdem kann der Job eine gute Möglichkeit sein, erste Erfahrungen vor der Kamera zu sammeln, neue Menschen kennenzulernen und nebenbei etwas Geld zu verdienen.

Vielleicht schaust du dir die nächste Werbung auf TikTok deshalb etwas genauer an. Denn die Person, die dort gerade ein neues Produkt testet, könnte morgen schon wieder ganz normal im Klassenzimmer, Hörsaal oder in der U-Bahn neben dir sitzen.





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