Frauenbilder in sozialen Medien wirken stark und erreichen Jugendliche in einer Phase, in der Unsicherheiten schnell zunehmen. Die gezeigten Vorbilder zeigen häufig schlanke Körper, glatte Haut und Proportionen, die oft nur durch Bildbearbeitung entstehen. Viele Mädchen geraten dadurch in einen stillen Vergleich und übernehmen dargestellte Schönheitsideale, ohne sie bewusst zu hinterfragen.
Wenn der Vergleich zur Gewohnheit wird
Das zeigt auch eine von mir durchgeführte Umfrage an der Schule Don Bosco in Vöcklabruck. Rund 300 Schülerinnen nahmen daran teil, die meisten von ihnen zwischen dreizehn und siebzehn Jahre alt. Viele befinden sich damit in einer Lebensphase, in der das eigene Körperbild besonders sensibel ist.
Rund 250 der Befragten berichten von einem mulmigen Gefühl, wenn sie sich im Spiegel ansehen. 223 geben an, Mahlzeiten auszulassen, um einem Ideal näherzukommen. Solche Verhaltensweisen können den Blick auf den eigenen Körper dauerhaft verändern und das Risiko für Essstörungen erhöhen.
Stimmen aus dem Alltag
Marlene Höllermann arbeitet seit fünf Jahren als Jugendcoach an mittleren und höheren Schulen. Sie begleitet viele Mädchen, die unter diesem Druck leiden. „Ich lerne viele Jugendliche kennen, die unzufrieden mit ihrem Aussehen sind“, sagt sie. Auch sie selbst erlebte diesen Vergleichsdruck nach der Geburt ihres ersten Kindes. „Ich sah im Netz Frauen, die kurz nach der Geburt schlank und strahlend wirkten. Ich war müde und unsicher. Diese Bilder haben mich verunsichert.“
Die Ergebnisse der Umfrage zeichnen ein ähnliches Bild. Viele Mädchen bewerten ihr eigenes Körpergefühl als mittelmäßig. Besonders stark wirkt dabei der Vergleich mit Frauenbildern aus sozialen Medien. Die Mehrheit der Befragten kennt mindestens eine Person im eigenen Umfeld, die Probleme mit dem eigenen Körperbild hat.
Warum Aufklärung helfen kann
Auch Studien von Saferinternet.at zeigen, wie stark dieser Einfluss bei Mädchen ausgeprägt ist. Bearbeitete und künstlich erzeugte Bilder verstärken den Druck zusätzlich. Algorithmen spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie Inhalte bevorzugt anzeigen, die starke Reaktionen auslösen. So sehen Jugendliche immer wieder ähnliche Frauenbilder und entwickeln Schönheitsvorstellungen, die kaum erreichbar sind.
Im Coaching setzt Höllermann deshalb auf Aufklärung und Selbstfürsorge. Jugendliche sollen verstehen, wie Bilder entstehen und warum sie so wirken. „Viele merken erst im Gespräch, wie stark sie Inhalte auf Social Media beeinflussen“, sagt sie. „Wenn klar wird, wie viel Inszenierung hinter perfekten Bildern steckt, nimmt das spürbar Druck.“
Kommentare
Was in all der Oberflächlichkeit fehlt, ist die ganzheitliche Betrachtung. Alles in uns und damit auch Körperform hat mehrere Ursachen.
Emotionale Belastung (woher auch immer), Ernähung, Sport/Bewegung, mentale u. emotionale Resilienz, das Erleben von Macht/Ohnmacht bzw. Gestaltungsfähigkeit/Selbstwirksamkeit, die soziale Umgebung in Schule/Job, privat/Freizeit und zuhause und anderes mehr hängen und wirken zusammen auf die Körperform ein.
Ich wünsche Dir, dass Du mit diesem/Deinem Artikel bei (zumindest einigen) Menschen einen positiven Wandel bewirken kannst, denn durch sein Wirken das Leben anderer Menschen zum Besseren zu gestalten, ist christlich/buddhistisch, ist spirituell, ist wahrhaft menschlich.
Danke Dir, dass Du mich durch Deinen super Artikel auch zur Selbstreflektion angeregt hast.
Real is the deal!
Darüber müsste viel mehr Aufklärung erfolgen!
Du hast phantastisch geschrieben!