Beim Zielschießen auf dem Rupertikirtag habe ich mit meinen Freunden eine Wette laufen. Drei Schuss kosten zehn Euro. Ich verliere die Wette, finde die Sache aber trotzdem lustig.
Mein Freund Tobi, 19, liebt solche Feste. Die Menschen seien freundlich und offen für Gespräche, erzählt er mir. Gemeinsam waren wir schon auf Kirtagen in Wien, Aussee und Kitzbühel. Diesmal bin ich am Freitagabend, dem 25. September, und am Samstag in Salzburg dabei. Die Plätze rund um den Dom, die Gestaltung und die große Auswahl gefallen mir besonders.
Wohin die 200 Euro gehen
Zweimal fahre ich mit der „Waschtrommel“, jeweils für zehn Euro. Zweimal esse ich eine Käsekrainer mit Semmel, jeweils für acht Euro. Allein diese vier Käufe kosten zusammen 36 Euro. Dazu kommt das Zielschießen. Den größten Teil meines Geldes gebe ich nach meiner Erinnerung allerdings für Bier aus.
Ein halber Liter kostet mich sieben Euro. Fünf Euro Pfand kommen zunächst dazu, die wir bei der Rückgabe wiederbekommen können.
Meine gesamten Ausgaben am Kirtag schätze ich auf rund 200 Euro. Für die Hin- und Rückfahrt mit dem Zug kommen 35 Euro dazu. Ich schlafe bei einem Freund und spare mir dadurch ein Hotel.
Der hohe Betrag liegt also auch an meinen eigenen Entscheidungen. Laut Salzburg Tourismus ist der Kirtag frei zugänglich. Wir können durch die Altstadt gehen und die Atmosphäre erleben, ohne Eintritt zu bezahlen. Bei mir kommen Fahrgeschäfte, Essen und vor allem die Getränke hinzu. Sieben Euro für eine Halbe finde ich teuer, gleichzeitig habe ich sie immer wieder gekauft.
Georg kommt wegen seiner alten Freunde
In der Schlange beim Bierzelt erzählt mir Georg von seinem Vater. Mit ihm sei er früher schon hier gewesen. Georg schätze ich auf etwa 60 Jahre. Besonders freue er sich heute auf Freunde von damals, die er fast nur beim Kirtag wiedersehe. Auch die Tracht und das Feiern der Tradition seien ihm wichtig.
Während wir warten, erklärt er mir außerdem, warum das Fest Rupertikirtag heißt. Der Name geht auf den heiligen Rupert zurück, Salzburgs Landespatron, dessen Gedenktag der 24. September ist. Das DomQuartier Salzburg beschreibt bereits für 1628 ein großes Domweihfest mit Essen für die Bevölkerung und öffentlichen Weinbrunnen. Den heutigen Kirtag in der Altstadt belebte man laut Altstadtverband 1977 wieder.
Für Georg steckt in diesem Fest ein Stück seiner eigenen Geschichte. Im Gespräch mit ihm wird aus meiner Wartezeit eine Begegnung mit jemandem, den ich sonst wohl kaum kennengelernt hätte.
Zwanzig Minuten können lang werden
Vor den Toiletten fällt mir das Warten schwerer. Ungefähr 20 Minuten stehe ich dort an, manchmal wird es ziemlich dringend. Auch beim Bierzelt dauert das Anstellen nach meiner Schätzung etwa so lange. Wer mit Freunden feiern möchte, verbringt einen Teil seiner Zeit also in Schlangen.
Die Livebands und die freundlichen Menschen machen für mich viel von der Stimmung aus. Bier gehört an diesen beiden Tagen ebenfalls dazu. Ausschreitungen bekomme ich während meiner Besuche keine mit.
Georg hat mir erzählt, wie wichtig ihm die Freunde von damals sind. Vielleicht ist das die schönste Vorstellung für unsere Runde: In ein paar Jahrzehnten wieder gemeinsam hier zu stehen und noch zu wissen, wer damals die Wette verloren hat.
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