In Nordamerika neigt sich die Gruppenphase bereits dem Ende zu. Bisher war es nicht nur aufgrund einiger Ergebnisse kurios, sondern auch weil mehrere neue Regeln in Kraft getreten sind. Doch wie sinnvoll sind diese Vorschriften nun wirklich?
Für weniger Rassismus und Beleidigungen
Eine Regel, die medial viel Aufmerksamkeit bekam, war eine Bestrafung für das Verdecken des Mundes. Erstmals geahndet wurde dies bei der Partie zwischen Paraguay und der Türkei. Dort schaltete sich nach einer Rudelbildung der Videoassistent ein, und wies auf die Unsportlichkeit des paraguayischen Mittelfeldspielers Almiron hin.
Auslöser für diese Maßnahme war der Trubel um Gianluca Prestianni und Vinicius Junior beim Spiel Benfica Lissabon gegen Real Madrid in der Champions League. Dort beschuldigte Vinicius den Benfica-Spieler, ihn rassistisch beleidigt zu haben und sich dabei das Trikot vor den Mund gezogen hatte. FIFA-Präsident Gianni Infantino setzte sich nach dem Vorfall im Frühjahr besonders für diese Regel ein. „Es muss vermutet werden, dass ein Spieler etwas gesagt hat, das er nicht hätte sagen dürfen – sonst hätte er seinen Mund nicht bedecken müssen“, sagte Infantino damals.
Zeitverzögerungen werden verhindert
Um die Nettospielzeit zu erhöhen und das Spiel nicht durch lange Pausen langweilig zu machen, gibt es einige neue Zeitregeln. Zum Beispiel haben die Spieler nur noch acht Sekunden Zeit, um einen Einwurf oder einen Abstoß auszuführen. Wird dies nicht eingehalten, bekommt der Gegner den Ball durch einen Einwurf oder sogar einen Eckball zugesprochen.
Auch die Auszuwechselnden haben nur mehr zehn Sekunden nach Erscheinen der Auswechslungsanzeige, um das Spielfeld zu verlassen. Und damit die Spieler nach einem Foul nicht länger wie nötig liegen bleiben, muss jeder behandelte Spieler für eine Minute das Feld verlassen. Da überlegen sich manche doppelt, ob sie den Arzt dazuholen oder doch weiterspielen.
VAR darf mehr eingreifen
Natürlich darf auch der Video Assistant Referee nicht fehlen. Der VAR bekommt ebenfalls ein paar neue und sinnvolle Änderungen. Eine Regel, die schon längst überfällig war, ist die Überprüfung der gelb-roten Karten. Bisher durfte der Videoschiedsrichter bei solchen Situationen nicht eingreifen. Das ändert sich schon bei der WM. Auch in vielen Ligen wird es diese Regel in Zukunft geben. Zusätzlich gelten noch zwei weitere kleinere Änderungen, die dennoch spielentscheidend sein könnten. Zum einen darf der VAR bei Spielerverwechslungen immer eingreifen. Und zum anderen können Eckball beziehungsweise Abstoßentscheidungen revidiert werden, falls sich der Unparteiische auf dem Feld falsch entschieden hat.
Generell sind die neuen Regeln sinnvoll, da sie die Nettospielzeit verlängern und noch weniger Raum für Fehlentscheidungen geben.
Die Highlights der nächsten Woche
Am Mittwoch startet der dritte und letzte Spieltag der Gruppenphase. Während sich Länder wie Deutschland oder die USA schon fix für das Sechzehntelfinale qualifiziert haben, müssen andere noch zittern. Das Überraschungsteam aus Kap Verde könnte erneut spannend werden. Nachdem sie gegen Spanien und Uruguay jeweils einen Punkt mitnahmen, kommt nun mit Saudi-Arabien der vermeintlich schwächste Gegner. Falls sie bei der Partie am Samstag punkten, ist der zweite Platz ziemlich wahrscheinlich. Auch Österreich könnte noch zweit werden. Am Sonntag in der Früh findet das Spiel zwischen unserer Nationalmannschaft und Algerien statt. Aber auch bei einer Niederlage hat Österreich Chancen, sich als Drittplatzierter zu qualifizieren.
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