Ein weiterer Schuldspruch für Benko
Noch vor wenigen Jahren galt René Benko als seriöser Unternehmer. Mit der Signa-Gruppe baute der Tiroler ein weit verzweigtes Immobilien- und Handelsimperium auf. Nach der Insolvenz der Signa-Gruppe im Jahr 2023 beschäftigt der Fall weiterhin die Justiz.
Am Dienstag, dem 22. September 2026, wurde Benko am Landesgericht Innsbruck auch in der sogenannten Villa-Causa schuldig gesprochen. Dabei ging es um eine Mietvorauszahlung von rund 360.000 Euro für eine Villa auf der Innsbrucker Hungerburg. Die Staatsanwaltschaft warf Benko vor, mit dieser Zahlung seine Gläubiger geschädigt zu haben.
Benko bestritt die Vorwürfe. Er erklärte, davon ausgegangen zu sein, dass eine Sanierung seiner Signa-Gruppe noch möglich sei.
Warum wurde die Villa-Causa neu verhandelt?
Das heutige Urteil ist eine Fortsetzung eines bereits im vergangenen Jahr abgeschlossenen Prozesses. Im Oktober 2025 wurde Benko wegen einer Schenkung von 300.000 Euro an seine Mutter zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. In der Villa-Causa wurde er damals allerdings freigesprochen.
Der Oberste Gerichtshof hob diesen Teilfreispruch im Juli 2026 auf und verwies die Angelegenheit zurück an das Landesgericht Innsbruck. Der Schuldspruch wegen der Schenkung an seine Mutter blieb hingegen bestehen.
Deshalb musste nun erneut über die Mietvorauszahlung entschieden werden. Gleichzeitig wurde die Gesamtstrafe neu festgesetzt.
30 Monate statt 24 Monate
Das Gericht sprach Benko nun auch in der Villa-Causa schuldig. Dadurch wurde die bisherige Gesamtstrafe von 24 auf 30 Monate unbedingt Haft erhöht. Die sechs Monate werden also nicht zusätzlich zu den bereits verhängten 24 Monaten addiert.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Benkos Verteidigung als auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft können Rechtsmittel einlegen.
Vom Unternehmer zum rechtskräftig Verurteilten
Der Fall zeigt, wie stark sich Benkos Situation in den vergangenen Jahren verändert hat. Mit der Signa-Gruppe baute der Tiroler ein großes Immobilien- und Handelsimperium auf. Das Unternehmen geriet jedoch ab 2023 in massive finanzielle Schwierigkeiten. Steigende Zinsen, hohe Baukosten und Probleme bei verschiedenen Immobilienprojekten verschärften die Lage. Im November 2023 meldete die Signa Holding Insolvenz an.
Das aktuelle Urteil betrifft allerdings nur einen Teil des gesamten Verfahrenskomplexes rund um Benko und die ehemalige Signa-Gruppe. Weitere Verfahren und Ermittlungen sind noch offen.
Damit ist auch das Urteil vom 22. September noch nicht das letzte Wort in der Causa René Benko. Ob die 30 Monate Gesamtstrafe bestehen bleiben, hängt auch von möglichen Rechtsmitteln ab.
Kommentare