Für viele Maturantinnen und Maturanten klingt die WU Wien nach einem ziemlich klaren Plan für die Zukunft: Wirtschaft studieren, internationale Kontakte knüpfen, später in einem Unternehmen arbeiten, vielleicht ins Ausland gehen oder selbst etwas gründen. Genau dieses Bild dürfte einer der Gründe sein, warum die Nachfrage derzeit so stark ist. Fast 13.000 Studieninteressierte haben sich für die Aufnahmeverfahren der Bachelorstudien Wirtschafts und Sozialwissenschaften, Wirtschaftsrecht sowie Business and Economics registriert und das verpflichtende Online Self Assessment abgeschlossen. Damit ist klar: Wer an der WU beginnen will, braucht nicht nur Interesse, sondern muss sich auch gegen viele andere durchsetzen.
Besonders hart ist der Kampf um Business and Economics
Am stärksten ist der Andrang beim englischsprachigen Bachelorstudium Business and Economics. Dort gibt es nur 240 Studienplätze, aber rund 3.900 Bewerbungen. Das bedeutet mehr als 16 Bewerbungen pro Platz. Anders gesagt: Wenn eine Schulklasse mit 24 Personen geschlossen antreten würde, würden im Durchschnitt nur ein oder zwei davon einen Platz bekommen. Der Reiz liegt auf der Hand. Das Studium ist auf Englisch, international ausgerichtet und passt zu einer Zeit, in der viele junge Menschen nicht nur in Österreich denken, sondern auch an Jobs, Praktika oder Masterstudien im Ausland. Genau deshalb wirkt dieser Studiengang für viele wie ein Einstieg in eine größere, internationale Welt.
Auch die anderen Studien sind stark gefragt
Nicht nur das englische Programm ist überlaufen. Beim Bachelorstudium Wirtschafts und Sozialwissenschaften stehen 2.703 Plätze zur Verfügung, registriert haben sich 6.370 Personen. Das ist zwar weniger eng als bei Business and Economics, aber trotzdem deutlich mehr Nachfrage als Plätze. Auch Wirtschaftsrecht bleibt beliebt. Dort gibt es rund 2.600 Registrierungen für 870 verfügbare Plätze. Das zeigt, dass wirtschaftliche und rechtliche Studien in Wien weiter sehr attraktiv sind. Viele verbinden damit sichere Berufschancen, gute Netzwerke und ein Studium, das später in ganz unterschiedliche Richtungen führen kann.
Warum Wirtschaft gerade so zieht
Der starke Andrang sagt auch etwas über die Stimmung vieler junger Menschen aus. Wirtschaft klingt für viele nicht nur nach Zahlen und Bilanzen, sondern nach Möglichkeiten. Man kann später in Marketing, Recht, Finanzwesen, Beratung, Management, Start ups oder internationalen Organisationen landen. Gerade in unsicheren Zeiten wirkt ein Wirtschaftsstudium wie eine Ausbildung, mit der man sich viele Türen offenhält. Dazu kommt der Standort Wien. Die Stadt ist groß genug, um international zu wirken, aber für viele aus Österreich trotzdem nah und vertraut. Die WU selbst hat außerdem einen modernen Campus, der schon beim ersten Besuch eher nach internationaler Uni als nach verstaubtem Hörsaal aussieht.
Die Aufnahmeprüfung wird zum Nadelöhr
Ende Juni und Anfang Juli finden deshalb Aufnahmeverfahren für alle drei Bachelorprogramme statt. Für die Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das Druck. Viele haben gerade erst die Matura hinter sich oder stecken noch in dieser Phase, und schon wartet die nächste Prüfung. Zur Vorbereitung bietet die WU gemeinsame Lernmöglichkeiten, Workshops und Campusführungen an. Das hilft, macht den Wettbewerb aber nicht kleiner. Besonders bei Business and Economics reicht es nicht, einfach interessiert zu sein. Wer einen Platz will, muss vorbereitet sein und am Prüfungstag liefern. Studieren beginnt hier also nicht erst im Hörsaal, sondern schon mit einem Auswahlverfahren.
Ein Zeichen für Wien als Studienstadt
Der Rekordansturm auf die WU zeigt auch, wie stark Wien als Studienort bleibt. Viele junge Menschen wollen in die Stadt, weil sie dort Ausbildung, Leben, Kultur und Jobchancen verbinden können. Gleichzeitig wird sichtbar, dass beliebte Studien längst nicht mehr automatisch offenstehen. Wer sich heute für ein gefragtes Studium bewirbt, muss oft zuerst durch Tests, Fristen und Auswahlverfahren. Das kann fair sein, weil Plätze begrenzt sind. Es kann aber auch frustrierend sein, weil der Übergang von Schule zu Studium dadurch noch stressiger wird.
Mehr als nur eine Zahl
Fast 13.000 Anmeldungen klingen zuerst einfach nach einer Erfolgsmeldung für die Universität. Dahinter stehen aber viele einzelne Entscheidungen. Menschen, die hoffen, einen Platz zu bekommen. Eltern, die mitfiebern. Schülerinnen und Schüler, die zwischen Feriengefühl und Prüfungsstress hängen. Und eine Universität, die ihre Studienplätze nicht beliebig vergrößern kann. Der Rekord zeigt deshalb beides: Die WU ist attraktiv wie selten zuvor, aber genau diese Attraktivität macht den Einstieg schwieriger. Für viele beginnt der Traum vom Wirtschaftsstudium nicht mit der ersten Vorlesung, sondern mit der Frage, ob sie überhaupt hineinkommen.
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