Vor zwei Jahren war ich mit meiner besten Freundin in Portugal. Sie hat portugiesische Wurzeln und dort eine Wohnung, deshalb waren wir die meiste Zeit dort. Wir mussten keinen strengen Plan haben und wollten auch nicht jeden Tag möglichst viel sehen. Stattdessen haben wir ausgeschlafen, geredet, sind ans Meer gegangen und haben einfach Zeit miteinander verbracht. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Wir müssen heute eigentlich gar nichts machen.
Die besten Momente sind manchmal ganz klein
Auch die kleinen Dinge sind mir besonders im Kopf geblieben. Zum Beispiel die Tage bei ihrer Oma. Sie hat uns immer richtig gutes Essen gemacht, aber ausgerechnet ein einfacher Salat ist mir am meisten in Erinnerung geblieben. Das Gemüse kam frisch aus ihrem Garten und hat einfach unglaublich gut geschmeckt. Eigentlich nichts Besonderes – und trotzdem genau die Art von Moment, die man später vermisst.
Lissabon, Hitze und eine Tuk-Tuk-Achterbahn
Natürlich waren wir auch in Lissabon unterwegs. Wir waren shoppen, sind durch die Stadt gelaufen und haben uns irgendwann für die Tuk-Tuk-Tour entschieden. Bei der Hitze war das sowieso viel angenehmer, als irgendwo lange anzustehen. Und ehrlich gesagt war es auch einfach viel lustiger. Wir saßen hinten, wurden durch die Straßen gefahren und haben uns gefühlt, als würden wir unsere eigene kleine Stadtrundfahrt machen.
Mehr als nur ein gemeinsamer Urlaub
Aber wenn ich heute an diesen Urlaub zurückdenke, denke ich nicht zuerst an Lissabon, das Meer oder das perfekte Wetter. Ich denke an meine Freundin. Wir kennen uns seit ungefähr 14 Jahren, obwohl wir mittlerweile mehrere Stunden voneinander entfernt wohnen und uns teilweise nur einmal im Jahr sehen. Unsere Freundschaft ist eigentlich durch unsere Familien entstanden: Unsere Väter kennen sich und arbeiten inzwischen sogar wieder zusammen. Trotzdem hätte niemand garantieren können, dass wir uns über so viele Jahre so nah bleiben.
Ich habe sie gefragt, was sie von unserem Urlaub am meisten vermisst. Ihre Antwort war kurz: „Die Zeit mit dir.“ Sie ist sonst oft mit ihrer Familie in Portugal und merkt gerade dann, wenn ich nicht dabei bin, wie sehr ihr unsere gemeinsame Zeit fehlt. Zusammen lachen, reden, spontan etwas machen – genau das macht für sie den Unterschied.
Der Ort ist nicht das Wichtigste
Und genau das habe ich aus diesem Urlaub mitgenommen: Es kommt gar nicht unbedingt darauf an, wo man ist. Ich hatte wahrscheinlich schon Urlaube an Orten, die schöner oder aufregender waren. Trotzdem ist mir dieser Urlaub am stärksten im Kopf geblieben. Nicht wegen Portugal, sondern wegen der Person, mit der ich dort war.
Gerade bei meinen letzten Urlauben merke ich das immer mehr. Mit der Familie kann es natürlich schön sein, aber mit jemandem in deinem Alter ist es einfach etwas anderes. Man kann stundenlang reden, spontan etwas unternehmen, zusammen lachen oder auch einfach nur herumliegen, ohne dass einem langweilig wird.
Für mich muss ein perfekter Urlaub deshalb nicht aus den schönsten Sehenswürdigkeiten oder einem perfekten Strand bestehen. Er muss sich nach Freiheit anfühlen. Nach Lachen, gemeinsamen Erinnerungen und vor allem nach den richtigen Menschen. Denn am Ende bleibt nicht unbedingt der Ort im Kopf, sondern das Gefühl, das man mit jemandem dort hatte.
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