Demokratie für alle: Warum Jugendliche unter 16 und Menschen ohne Staatsbürgerschaft wählen sollten

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Volontär · Wiener Mittelschule mit ökologischem Schwerpunkt
1 Kommentar
09.02.2026
2 Min.

Viele Menschen, die in Österreich leben, sind täglich von politischen Entscheidungen betroffen, dürfen aber nicht wählen. Dazu gehören Jugendliche unter 16 Jahren ebenso wie Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Das sollten wir ändern.

Wahlrecht für alle unter 16! Das wäre eine gute Sache. (Foto: Shutterstock )

Stell dir vor, du sitzt morgens im Bus zur Schule. Der Bus kommt zu spät, wieder einmal. Die Schule ist alt, die Klassenzimmer sind überfüllt, und im Sommer ist es unerträglich heiß. Nachmittags liest du Nachrichten über Klimakrise, steigende Preise und Kürzungen im Bildungsbereich. All das betrifft dich direkt, aber wenn gewählt wird, hast du keine Stimme. Du darfst zuschauen, zuhören und mitdenken, aber nicht mitentscheiden. Genau das ist das Problem.

Wahlrecht für alle

Ich finde, dass Menschen schon unter 16 Jahren wählen dürfen sollten. Außerdem sollten auch Menschen ohne Staatsbürgerschaft wählen dürfen, wenn sie hier leben. Demokratie sollte alle einbeziehen, die von politischen Entscheidungen betroffen sind, und das sind Jugendliche ganz eindeutig.

Viele unterschätzen junge Menschen. Dabei sind viele unter 16 erstaunlich gut informiert. In der Schule lernen sie über Politik, Demokratie und Gesellschaft. Sie diskutieren über Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Bildung. Viele verfolgen Nachrichten, informieren sich auf verschiedenen Plattformen und haben klare Meinungen. Zu behaupten, Jugendliche seien „zu unreif“ zum Wählen, ist unfair und oft einfach falsch.

Außerdem sind junge Menschen von politischen Entscheidungen besonders stark betroffen. Sie gehen jeden Tag zur Schule, nutzen öffentliche Verkehrsmittel und verbringen viel Zeit in öffentlichen Räumen. Sie merken sofort, wenn Schulen schlecht ausgestattet sind, wenn Jugendangebote gestrichen werden oder wenn Klimaschutz nur leere Worte bleiben. Politik entscheidet über ihre Zukunft, aber sie dürfen darüber nicht abstimmen. Das ergibt keinen Sinn.

Wenn Jugendliche früher wählen dürften, würden sie Demokratie nicht nur aus dem Unterricht kennen, sondern aktiv erleben. Sie würden lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich ernst genommen fühlen. Das stärkt nicht nur das politische Interesse, sondern auch das Vertrauen in die Demokratie.

Demokratie bedeutet Mitbestimmung. Wer hier lebt, denkt, lernt und arbeitet, sollte auch mitentscheiden dürfen. Mehr Wahlrechte bedeuten mehr Gerechtigkeit – und eine Demokratie, die wirklich für alle da ist.




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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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Kommentare

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    vor 16 Stunden Sophie Gahleitner
    Sehr coole Meinung und gut argumentiert! Als Vertreterin aller jungen Pfadfinder*innen in OÖ kann ich nur zustimmen :)

    Für Jugendliche werden Informationen greifbarer, wenn sie selbst Teil davon sind. Mit einem solchen Wahlrecht könnte das Bildungssystem zur Demokratie auch weiter ausgebaut werden.