Panorama Steiermark Meinung

Randfiguren im Schulhof: So schnell grenzen wir jemanden aus, ohne es zu merken

Kein Profil-Bild gefunden.
Volontär · BRG Oeverseegasse
29.05.2026
2 Min.

In der großen Pause ist der Schulhof immer voller Menschen. Obwohl alle zusammen sind, ist jeder irgendwie mit seiner eigenen Gruppe beschäftigt. Manche stehen allein herum, andere trauen sich nicht, irgendwo dazuzugehen. Mir ist aufgefallen, wie schnell man jemanden übersieht, obwohl diese Person direkt neben einem steht. Das macht mich nachdenklich.

Andere auszugrenzen muss nicht unbedingt böse Absicht sein. Zusammengehörende Gruppen konzentrieren sich aufeinander und denken nicht an die, die allein im Schatten stehen. (Foto: Shutterstock)

Wer in einer Klasse kaum Freundschaften hat, erlebt den Schulalltag oft ganz anders als andere. Während sich Gruppen bilden, Gespräche entstehen und Einladungen ausgesprochen werden, bleibt eine einzelne Person manchmal außen vor. Dieses Gefühl kann belasten und das Selbstvertrauen schwächen.

Viele glauben, Ausgrenzung beginne erst mit Beleidigungen oder Streit. Häufig entsteht sie viel leiser. Niemand setzt sich neben die betroffene Person, kaum jemand beginnt ein Gespräch oder fragt nach gemeinsamen Plänen für die Pause. Mit der Zeit wächst das Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören.

Wie sich Ausgrenzung anfühlt

Wer am Rand einer Gruppe steht, fühlt sich oft einsam, traurig oder unsicher. Manche Schülerinnen und Schüler fragen sich, ob mit ihnen etwas nicht stimmt. Andere ziehen sich immer stärker zurück, sprechen kaum noch mit anderen oder verlieren die Freude am Schulbesuch. Aus einer kleinen Unsicherheit entwickelt sich manchmal ein Kreislauf. Je stiller jemand wird, desto seltener suchen andere den Kontakt.

Dabei steckt hinter fehlendem Anschluss längst keine böse Absicht. Freundeskreise entstehen oft durch gemeinsame Interessen, Hobbys oder Erlebnisse. Wer schüchtern wirkt oder neu in eine Klasse kommt, fällt dabei leichter aus dem Blickfeld. Viele merken gar nicht, wie einsam sich eine Person fühlt.

Kleine Gesten können viel verändern

Ein freundliches Hallo, eine Einladung zum Mitspielen oder ein Platz am gemeinsamen Tisch verändern oft mehr als viele vermuten. Solche Gesten zeigen einer Person, sie gehört dazu und bleibt willkommen. Für jemanden, der lange allein war, kann bereits ein kurzes Gespräch den ganzen Tag verändern.

Jede Klasse profitiert von einem guten Miteinander. Freundschaften entstehen zwar freiwillig, Respekt und Aufmerksamkeit verdienen jedoch alle. Wer auch auf leise Mitschülerinnen und Mitschüler zugeht, trägt dazu bei, dass sich niemand dauerhaft ausgeschlossen fühlt. Oft reicht schon ein kleiner Schritt, damit aus einer fremden Person ein wertvoller Teil der Gemeinschaft wird.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Autor und der Redaktion






Kommentare