Wenn ihr eure Großeltern besucht, fällt euch vielleicht auf, dass sie spezielle Dialektwörter verwenden. Begriffe, die ihr niemals in euren Sprachgebrauch einbringen würdet oder nicht mal versteht. So fragt mich meine Großmutter jedes Mal wenn ich sie besuche: „Ha Joni, mogst an Bunki?“ Bunki bedeutet im oberösterreichischem Dialekt Kuchen.
Die Generation unserer Großeltern ist die letzte, die diese Dialektausdrücke verwendet. Nach ihr gehen jene Wörter verloren. Hier kann uns der Austropop helfen. Viele Wörter die vom Aussterben bedroht sind, finden in den Liedern einen Nutzen.
Austropop im Überblick
Austropop ist, wie der Begriff schon andeutet, die österreichische Version der Popmusik. Er entstand in den 1960er und 70er Jahren. Merke wohl: Austropop und Schlager sind keine ähnlichen Musikrichtungen. Als Vater des Austropop wird allgemein der Wiener Musiker Wolfgang Ambros (Schifoan, Zwickt’s Mi) bezeichnet. Das bestreitet er selbst aber.
Auf „Schifoan“ folgten „I am from Austria“ und „Ham Kummst“
Zu den Vorreitern des Musikgenres zählen auch Georg Danzer (Jö schau) und Reinhard Fendrich (I am from Austria). Danach ging der Austropop in eine Art Winterschlaf. Erst 2015 wurde er von Seiler & Speer mit ihrem Album „Ham Kummst“ zu neuem Leben erweckt.
Dem Beispiel von Seiler & Speer folgen zahlreiche weitere Künstler wie Josh. (Cordula Grün, Expresso & Tschianti), Pizzera & Jaus, Edmund und Folkshilfe. Nun ist der Austropop wichtiger für unsere Sprache denn je.
Austropop erhält Dialektbegriffe
Wer Songs dieser Musikrichtung hört, musste wohl schon des öfteren das Internet zur Hilfe nehmen, um einen Begriff nachzuschlagen. So laufen in den Lieder die „Pücha“ (Verbrecher) den „Kiberern“ (Polizisten) davon und Folkshilfe findet, dass man das Leben auch mal „pomale“ (gelassen) nehmen und sich einfach her hauen soll. Die Band Edmund macht von dem Wort „leiwaund“ (toll) Gebrauch und Josh. hat in seinem Song „Melodie verlorn“ seine „Tschick“ (Zigarette) schon aufgeraucht. Währenddessen will Ambros seinem Erzfeind dem Hofa die „Gurgl abdrehen“.
Ein Stück Österreich
In welcher Hinsicht auch immer, unsere Sprache ist ein Teil unseres Landes und Austropop hilft uns, diesen Teil zu erhalten. Unsere Dialektsprache findet im Dialog oftmals keinen Nutzen mehr, doch die Musik hat die Kraft, unsere Sprache wieder aufleben zu lassen.
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