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Public Viewing ohne Panikattacke

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Volontär · BG / BRG Schwechat
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10.06.2026
2 Min.

Normalerweise bedeutet Public Viewing ja: Ellbogen im Gesicht, Bierdusche von links und so viel Gebrüll, dass man am nächsten Tag heiser aufwacht. Als ich mich mit meinen Freunden auf den Weg gemacht habe, hatte ich genau das erwartet. Doch bei einem Cafe in der Donaustadt, direkt bei Pier 22, lief alles komplett anders. Kann Fußballschauen in der Gruppe eigentlich auch entspannt sein?

Die Leinwand läuft, aber wo sind die ganzen Fans? Warum dieses Match eher nach chilligem Urlaub als nach stressigem Public Viewing aussah, liest du im Artikel. (Foto: Tobias Urban)

Der Wind wehte leicht von der Donau herüber, als wir uns die Plätze suchten. Ich hatte mich mental auf das übliche Chaos eingestellt, Fahnenmeer, Security-Checks und die ewige Suche nach einem freien Fleckchen. Stattdessen: Fast gar nichts. Die Snackbar am Pier 22 lag total friedlich da, fast schon surreal für einen Match Abend. Nur eine Handvoll Leute hatte sich hierher verirrt. Wir saßen quasi in der ersten Reihe, ohne uns überhaupt anstrengen zu müssen. Es fühlte sich eher nach einem gemütlichen Grillabend im Garten an als nach einer riesigen Sportveranstaltung.

Spanien gegen Kap Verde auf der Couch

Auf der Leinwand lief Spanien gegen Kap Verde. Eine Paarung, bei der man jetzt vielleicht nicht unbedingt mit Bengalos und lautstarken Fangesängen rechnet. Und genau so war es auch. Keine Megafone, kein synchrones Aufspringen bei jeder Schiri-Entscheidung. Stattdessen hörte man das leise Murmeln der Nachbartische, das Klirren von Gläsern und ab und zu ein kollektives Raunen, wenn der Ball knapp am Pfosten vorbeisegelte.

Ich habe mich dabei ertappt, wie ich viel mehr die Aussicht genossen habe, statt auf das spanische Mittelfeld z achten. Es hatte fast schon etwas Meditatives. Die wenigen Fans vor Ort nippten entspannt an ihren Drinks und genossen einfach das Wetter. Die Snacks kamen schnell, die Aussicht war ein Traum und man hatte einfach Platz zum Atmen.

Mein neues Lieblings-Konzept

Als der Schiedsrichter abpfiff, ging niemand frustriert oder schweißgebadet nach Hause. Wir sind einfach noch ein bisschen sitzen geblieben und haben zugesehen, wie die Lichter der Stadt auf dem Wasser tanzten.

Früher dachte ich immer, Public Viewing muss laut, stressig und voll sein, damit es zählt. Dieses Match hat mich echt vom Gegenteil überzeugt. Manchmal ist weniger eben genau richtig, besonders, wenn die Kulisse stimmt. Für mich steht fest, dass ich das nächste "große" Spiel lieber wieder hier am Wasser verbringe, statt in der grölenden Masse.


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