Vom Lew zum Euro, damit stieg Bulgarien in das Jahr 2026 ein. Mittlerweile sind mehr als vier Monate vergangen. Wie geht es den Bulgaren mit der neuen Währung im täglichen Umgang damit?
Bulgarien wird „europäischer“
Bulgarien ist mit der Einführung des Euro sozusagen „europäischer“ geworden. Schon seit 2007 ist es in der Europäischen Union, doch heuer ist es auch der Eurozone beigetreten und somit Teil der gemeinsamen europäischen Währungspolitik. Ein großer Schritt für ein Land, das mit rund 6,6 Millionen Einwohnern deutlich kleiner als Österreich ist. Nun erleichtert die Euroeinführung nicht nur den Handel Bulgariens mit anderen europäischen Ländern, sie bringt auch Vorteile im Alltag der Menschen.
Leichter reisen in der EU? Läuft bei uns!
Kein Geldumtausch beim Reisen mehr! Klingt ziemlich selbstverständlich, aber für Bulgaren, die ihr Leben lang Geld umtauschen mussten, sobald sie das Land verlassen wollten, ist das eine enorme Erleichterung. Und keine Sorge mehr, wenn nach einer Klassenfahrt etwas Geld übrigbleibt, braucht es niemand mehr in Lew umzutauschen, alle können damit direkt in der Heimat bezahlen.
Neues Geld, neue Sorgen
Manche kämpfen auch mit der doch recht großen und abrupten Veränderung. Besonders im Jänner zeigte das Fernsehen regelmäßig ältere Menschen, die noch nie zuvor Euroscheine in der Hand gehalten hatten. Viele brauchten deshalb eine Gewöhnungsphase. Es geht schon einmal darum, die Scheine farblich zuzuordnen, wie auch meine Großeltern sagten.
Da kann Verwirrung aufkommen und Verwechslungen sind möglich. Zum Beispiel ist der Zehn-Euro-Schein rötlich, beim Lew hatte der Fünferschein eine sehr ähnliche Farbe. Es stellt sich heraus, dass solche Kleinigkeiten einen Unterschied machen. Andere fürchteten, einen gefälschten Schein zu kriegen. Was verständlich ist. Wer noch nie mit Euroscheinen zu tun hatte, hat keine Vergleichsmöglichkeiten.
Und wie war’s bei mir?
Selbst ich, als 17-Jährige, erlebte manchen interessanten Vorfall beim Zahlen. In den Supermärkten und Läden sind die Preise schon seit vergangenem Jahr sowohl in Lew als auch in Euro angeschrieben. Doch so leicht es auch klingt, kann es ziemlich verwirrend werden. Ich habe schon einige Male nur den Preis in Lew betrachtet und dem Verkäufer das Doppelte des Nötigen gereicht. Viele meiner Freunde berichten von ähnlichen Fehlern. Hier muss ich aber sagen, dass die Verkäufer geduldig waren und mich auf meinen Irrtum aufmerksam machten.
Das Gewöhnen
Es geht also um Verständnis und Hilfe. Ich kann ein weiteres Beispiel hierzu aus der eigenen Praxis geben: Ich stand an der Kasse in einem Supermarkt und vor mir hatte eine ältere Dame gerade bezahlt. Sie war sich nicht sicher, ob sie genug Restgeld bekommen hatte. Sie bat mich um Hilfe, und selbstverständlich rechnete ich gerne für sie nach. Ich sah mir ihren Kassenbon an und versicherte ihr, dass alles in Ordnung war.
Mir fällt auf, dass Menschen gerne Hilfe annehmen und auch keine Angst haben, sie zu suchen. Gegenseitige Unterstützung ist wichtig, denn für alle ist diese Situation neu. Mit der Zeit wird es nun aber für alle merklich leichter. Der Euro wird allmählich normal. Wir alle sagen manchmal noch „Lew“ statt „Euro“, aber das stört längst niemanden mehr.
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