Wenn der Fahrlehrer zum dritten Mal beim Kreisverkehr eingegriffen hat und die Konzentration nach zwei Stunden Dauerspannung am Lenkrad im Keller ist, braucht der Kopf erst einmal Pause. Während meiner Fahrschulzeit in Parndorf hatte ich zwischen der Praxis im Auto und dem Theoriekurs am Abend oft zwei Stunden Leerlauf. Im Warteraum herumzusitzen war auf Dauer trostlos, also ging es jedes Mal hinüber ins Outlet.
Zwischen den bunten Häuserfronten herrscht eigentlich immer Hektik. Leute tragen haufenweise Sackerl durch die Gegend, suchen ihr geparktes Auto oder hetzen von einem Rabatt zum nächsten. Mittendrin zu stehen, einfach nur die Beine auszustrecken und überhaupt nichts kaufen zu müssen, hatte etwas extrem Entspannendes.
Der Stammplatz bei der L’Osteria
Mein fester Anlaufstelle an diesen Nachmittagen war fast immer die L’Osteria. Wenn der Magen nach den Einparkübungen knurrte, gab es genau eine Belohnung: eine dieser Pizzen, die so riesig sind, dass der Rand auf allen Seiten weit über den Teller hängt.
Mit dem Stück Pizza in der Hand ließ sich das Treiben draußen perfekt beobachten. Kein Fahrlehrer, der auf den Schulterblick achtete, keine Fragen zu Vorrangregeln, einfach nur gutes Essen und Zeit zum Durchatmen. Während rundherum alle auf Schnäppchenjagd waren, saß ich da, tankte Energie für die nächsten Testfragen und träumte vom Tag, an dem ich endlich mit dem eigenen Auto hierherfahren würde.
Warum der Ort bleibt
Parndorf ist für mich deshalb kein klassisches Einkaufszentrum. Es ist der Ort, an dem sich vor ein paar Monaten meine ersten Schritte Richtung Unabhängigkeit abgespielt haben. Die Fahrprüfung ist mittlerweile geschafft, der Schein liegt im Geldbörserl, aber die Gewohnheit ist geblieben.
Auch heute reicht manchmal ein spontaner Abstecher nach Parndorf, eine frische Pizza und eine halbe Stunde Füße hochlegen, um den Kopf komplett frei zu bekommen. Manche Orte werden eben nicht durch Sehenswürdigkeiten zum Lieblingsort, sondern durch die kleinen Erinnerungen, die man dort gesammelt hat.
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