Die Sommerferien sind vorbei und das Schulleben hat wieder begonnen. Viele Schüler und Schülerinnen kennen es: Früh morgens betritt man das Schulgebäude, verbringt einen Großteil des Tages in der Schule und wenn man nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, neigt man dazu, sich ins Bett oder auf die Couch zu legen und mit dem Handy zu versinken.
Ich kenne es von mir selbst, das Handy ist sehr verlockend und in dem Moment fühlt es sich gut an, doch im letzten Schuljahr kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich lediglich von einem Tag in den anderen lebe. Viel eher noch habe ich den Tag überlebt als gelebt, es wurde für mich zur Gewohnheit, wie ein Teufelskreis. Schule, lernen, Handy, schlafen und dann das Ganze wieder von vorne.
Irgendwann war ich so weit, dass ich nur noch das Nötigste gemacht habe, ich habe gemerkt, wie schlecht es mir geht. Ich habe mich ausgebrannt gefühlt, mir hat nichts mehr Spaß gemacht, das Einzige, was ich machen wollte, war, im Bett zu liegen und zu scrollen. Sogar meine Noten haben darunter gelitten, ich hatte einen plötzlichen Leistungsabfall. Innerhalb von Wochen wurde aus guter Leistung ein „Hauptsache irgendwie bestanden“. Genau deswegen habe ich mir eines für dieses Schuljahr vorgenommen: Ich achte dieses Jahr auf meine Gesundheit und meine Bedürfnisse.
Veränderung
Ich habe angefangen, mich täglich zumindest für zehn Minuten an den Schreibtisch zu setzen und meinen Tag zu reflektieren. Was hat mir Energie gegeben? Was hat mir Energie genommen? Und vor allem, was habe ich heute für mich getan?
Anfangs fiel mir die letzte Frage zu beantworten besonders schwer. Ich habe gemerkt, wie wenig ich eigentlich für mich selbst mache, wie sehr ich versuche, es allen anderen recht zu machen und dabei oft ganz auf mich selbst vergesse. Also habe ich damit begonnen, darauf zu achten, jeden Tag zumindest eine Aktivität zu machen, die nur für mich ist.
Doch auch das war nicht wirklich förderlich. Ich habe jeden Tag krampfhaft versucht, irgendetwas zu machen, nur damit ich diese Frage beantworten konnte. Selbst wenn es mir keinen Spaß gemacht hat, sondern sich viel eher wie eine weitere Verpflichtung angefühlt hat.
Gleichgewicht ist essenziell
Irgendwann ist mir der Knopf aufgegangen, ich habe erkannt, dass etwas für sich selbst tun nicht heißt, zwanghaft Sport zu machen, innerhalb einer Woche so viel zu lesen wie möglich oder irgendeine andere Leistung zu erbringen, nur damit ich mich gut fühlen darf. Es geht viel eher darum, einfach mal abzuschalten und seine Freizeit bewusst wahrzunehmen.
Das Handy ist dabei nicht grundsätzlich schlecht. Auch ich verbringe Zeit am Handy und manchmal möchte man nach einem langen Schultag einfach nur liegen und nichts tun. Der Unterschied liegt für mich darin, ob ich bewusst abschalte oder automatisch von einem Video zum nächsten scrolle und am Ende gar nicht weiß, wo die letzte Stunde geblieben ist. Freizeit muss nicht produktiv sein. Für die einen bedeutet sie Sport, für die andere bedeutet sie, sich hinzusetzen und zu malen. Manche treffen Freunde, hören Musik, gehen spazieren oder kochen. Andere brauchen einfach zwanzig Minuten Ruhe.
Besonders an schlechten Tagen merke ich, wie wichtig es mittlerweile für mich ist, auch darüber nachzudenken, was heute gut war, wie wichtig es für mich geworden ist, mich hinzusetzen und etwas zu tun, wobei ich einfach mal abschalten kann, dem stressigen Alltag zu entfliehen, auch wenn es mal nur zwanzig Minuten sind. Man muss nicht jeden Tag Stunden damit verbringen, seinen Tag zu reflektieren und seine Freizeit zu optimieren, selbst ein paar Minuten können essenziell sein.
Meine Erkenntnis
Für mich bedeutet Selbstachtung deshalb mittlerweile auch, mir Zeit für mich selbst zu nehmen. Nicht erst dann, wenn alle Aufgaben erledigt sind und ich alles für die Schule gegeben habe, sondern weil mein Leben aus mehr besteht als aus Schule, Leistung und meinem Handy. Eine gute Leistung in der Schule bringt wenig, wenn man dafür irgendwann keine Energie mehr für das Leben außerhalb der Schule hat.
Schule ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, aber unser eigenes Wohlbefinden ist viel mehr wert.
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