Jonathan Peniket war siebzehn Jahre alt, als er begann, sein Geld in FIFA-Packs zu investieren. Am Ende waren fast dreitausend Pfund weg, eigentlich für sein Studium gedacht. Dem British Broadcasting Corporation erzählte er später, wie sich das angefühlt hat. Er sei süchtig nach dem Kick des Zufalls geworden, nach dem Nervenkitzel des Glücks.
Ultimate Team ist der beliebteste Modus in EA Sports FC. Das Traumteam stellt sich aus Spielerkarten zusammen, die wir entweder im Spiel erspielen oder in Packs kaufen, mit FC Points, die wir mit echtem Geld erwerben. Was in so einem Pack steckt, wissen wir vorher nicht. Das macht die Sache verlockend, und das ist das Problem.
Warum das jetzt ein Thema für uns ist
In ein paar Wochen ist es wieder so weit. Electronic Arts bringt seinen Fußball-Blockbuster traditionell immer am letzten Freitag im September heraus. Seit dem Bruch mit dem Weltverband heißt die Reihe nicht mehr FIFA, sondern EA Sports FC. Bald werden wieder Millionen von uns Jugendlichen anstehen, um die neue Version zu holen. Nur die Stimmung kippt seit Jahren.
Der Vorgänger EA FC 25 hat trotz Rekordverkäufen von unserer eigenen Fan-Community auf Metacritic nur einen Nutzer-Score von zwei Komma vier von zehn Punkten erhalten. Selbst Tester, die EA FC 26 im Herbst 2025 insgesamt gelobt haben, mussten zugeben, dass Ultimate Team noch mehr Pay-to-win geworden ist als zuvor.
Auch international sehen wir Beobachter das nüchtern. Nachrichtenagenturen schreiben, die Reihe habe zuletzt nur noch mittelmäßige Kritiken bekommen, von Testern und Fans gleichermaßen. Und der Karrieremodus, das Wichtigste für alle von uns, die lieber ihre eigene Legende aufbauen wollen statt Karten zu sammeln, wird von Electronic Arts seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Als der aktuelle Trailer erschien, war die Reaktion in unserer Community gemischt. Viele meinten, das sei nur eine Marketing-Aktion und keine echte Verbesserung.
Wenn aus einem Spiel ein Glücksspiel wird
Der eigentliche Knackpunkt ist aber Ultimate Team selbst, also genau der Modus, in dem wir die meiste Zeit verbringen. Packs kosten echtes Geld, was drin steckt, ist reiner Zufall. Deshalb hat ein österreichisches Gericht in zweiter Instanz entschieden, dass FIFA-Lootboxen illegales Glücksspiel sind. Sony und Electronic Arts müssen tausenden von uns Käufern ihr Geld zurückzahlen. Auch in der deutschen Politik ist das Thema längst angekommen. Die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat es so formuliert:
Jugendschutz geht vor Profitgier. Das muss auch im Gaming-Bereich gelten.
Electronic Arts sieht das anders. Eine Führungskraft des Konzerns hat Lootboxen vor ein paar Jahren bei einer Anhörung sogar mit Überraschungseiern verglichen. Die Käufe seien schließlich ethisch korrekt und lustig. Ein Vergleich, der bei allen von uns, die unser ganzes Taschengeld für virtuelle Spielerkarten ausgegeben haben, eher für Kopfschütteln sorgt als für Zustimmung.
Zurück zum Anfang
Jonathan hat irgendwann aufgehört, aber erst nachdem fast dreitausend Pfund weg waren. Wahrscheinlich seid ihr noch nicht so weit. Aber das nächste Pack ist auch schon wieder geöffnet, wieder keine Ikone, wieder Coins weg.
Die Frage ist nicht mehr, ob EA Sports FC ein gutes Fußballspiel ist. Da sind wir uns noch einig. Die Frage ist, wie oft ein Spiel noch enttäuschen muss, wie oft ein Gericht noch urteilen und ein Glücksspiel-Ausschuss noch warnen muss, bis wir die Entscheidung treffen, das nächste Pack einfach zu lassen.
Kommentare
Dass Packs echtes Geld kosten ist echt der größte Scam :(