„Oma, wie war Schule damals?“ Zwischen Stock und Schulhof

Profile Image
167
2
TOP 10 Autor
02.09.2026
3 Min.

Strenge Lehrer, volle Klassenzimmer und Strafen mit dem Stock auf die Finger: Schule sah vor mehreren Jahrzehnten noch ganz anders aus. Meine 68 jährige Oma Gabriele erzählt von ihrem Schulalltag und drei Erlebnissen, die sie bis heute nicht vergessen hat.

Oma Gabriele erinnert sich an ihre Schulzeit und erzählt von lustigen, aber auch ungewöhnlichen Erlebnissen aus ihrer Kindheit. (Foto: Eigenes Foto)

Vor kurzem saß ich mit meiner Oma Gabriele zusammen. Sie ist heute 68 Jahre alt, und ich wollte von ihr wissen, wie ihre Schulzeit früher war. Während unseres Gesprächs erzählte sie mir von strengen Lehrern, großen Klassen und einer Disziplin, die mit meiner eigenen Schulzeit kaum vergleichbar ist.

Ein Lehrer war damals eine Person, vor der man großen Respekt hatte. Wenn er das Klassenzimmer betrat, herrschte absolute Ruhe. Es wurde erwartet, dass alle aufmerksam waren und sich ordentlich benahmen. Auch Strafen gehörten ganz selbstverständlich zum Schulalltag. Wer nicht gehorchte oder störte, konnte in die Ecke gestellt werden oder bekam mit dem Stock auf die Finger.

Außerdem waren teilweise mehrere Jahrgänge gemeinsam in einer Klasse. Trotzdem erinnert sich meine Oma nicht nur an die strenge Seite ihrer Schulzeit. Sie erzählte mir auch von vielen schönen und lustigen Erlebnissen, die ihr bis heute im Gedächtnis geblieben sind.

Der Bach auf dem Schulweg

Eine Geschichte, an die sich meine Oma besonders gerne erinnert, handelt von ihrem Schulweg. Sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gingen jeden Tag zu Fuß zur Schule. Auf dem Weg dorthin kamen sie an einem kleinen Bach vorbei. Für die Kinder war er eine willkommene Abwechslung.

Vor allem im Sommer spielten sie dort gerne. Wenn es besonders heiß war, sprangen sie manchmal sogar kurz in den Bach, um sich abzukühlen. Das machten sie entweder, bevor die Schule begann, oder nach dem Unterricht auf dem Heimweg. Für meine Oma waren diese kleinen Momente etwas Besonderes, weil sie gemeinsam mit ihren Freunden Spaß hatten und den Schulalltag für kurze Zeit vergessen konnten.

Finger aus Stahl

Die zweite Geschichte handelt von einem Jungen aus der Klasse meiner Oma. Er war dafür bekannt, ständig irgendwelche Späße zu machen und sich kaum darum zu kümmern, ob der Lehrer deswegen wütend wurde.

Wenn der Lehrer ihn beim Blödeln erwischte, wusste er genau, dass ihn anschließend eine Strafe erwartete. Trotzdem machte er immer weiter. Er ließ sich davon nicht einschüchtern und nahm sogar in Kauf, dass der Lehrer ihm mit dem Stock auf die Finger schlug. Meine Oma erzählt, dass er wirklich „Finger aus Stahl“ gehabt habe.

Der Grund für sein Verhalten war allerdings nicht nur, dass er gerne Spaß machte. Er wollte vor allem die Mädchen in der Klasse beeindrucken. Hauptsache, sie fanden ihn lustig und cool. Dass der Lehrer deswegen wütend auf ihn war, schien ihm nicht besonders wichtig zu sein.

Versteckt im Klassenzimmerschrank

Die dritte Geschichte passierte meiner Oma gemeinsam mit einer Freundin. Die beiden kamen auf die Idee, sich aus Spaß im Schrank des Klassenzimmers zu verstecken. Sie fanden die Idee lustig und dachten, dass der Lehrer sie vielleicht nicht sofort bemerken würde.

Kurz darauf kam der Lehrer ins Klassenzimmer. Er begann, die Schülerinnen und Schüler einzeln mit ihren Namen aufzurufen. Als er schließlich die Namen meiner Oma und ihrer Freundin nannte, mussten die beiden im Schrank so sehr lachen, dass der Lehrer sie hören konnte.

Er wusste allerdings nicht, woher das Lachen kam. Deshalb fragte er die anderen Schülerinnen und Schüler, wo die beiden seien. Die Klasse begann zu kichern. Schließlich verriet eine Schülerin, dass sie sich im Schrank versteckt hatten.

Der Lehrer ging daraufhin zum Schrank und öffnete ihn. Dort saßen tatsächlich meine Oma und ihre Freundin. Natürlich blieben die beiden nicht ohne Strafe. Sie mussten die Hausübung zwanzigmal auf einen Zettel schreiben und zusätzlich eine Stunde nachsitzen.

Ein ganz anderer Schulalltag

Durch das Gespräch mit meiner Oma habe ich gemerkt, wie unterschiedlich Schule früher im Vergleich zu heute war. Die Lehrer waren viel strenger und Disziplin spielte eine sehr große Rolle. Gleichzeitig hatten die Kinder aber auch außerhalb des Unterrichts viel Spaß und erlebten gemeinsam Dinge, an die sie sich noch Jahrzehnte später erinnern.

Besonders interessant fand ich, dass meine Oma trotz der strengen Regeln nicht nur negative Erinnerungen an ihre Schulzeit hat. Die Geschichten über den Bach, ihren Mitschüler mit den „Fingern aus Stahl“ und das Verstecken im Schrank zeigen, dass es auch damals viel zu lachen gab.


Kronen Zeitung Sachpreise Logo

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

Kommentare