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Ohne Kontakt zur Außenwelt: Mein Leben ohne Social Media

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Volontär · Don Bosco Schulen Vöcklabruck, HLW & BAfEP
06.03.2026
2 Min.

Ich bin 17 Jahre alt und habe noch nie soziale Medien benutzt. Das sind meine Erfahrungen damit.

Ich lebe vollkommen ohne Social Media, das ist als Jugendlicher oft schwierig. Es ist aber der richtige Weg! (Foto: Simon Welsch)

Ich war schon immer gegen soziale Medien gepolt, das liegt vor allem an meinen Eltern. Mein Vater benutzte sein Smartphone schon immer mehr zum Fotografieren und meine Mutter hatte jahrelang ihr Handy nur zum Telefonieren und Schreiben. Mein erstes Handy bekam ich mit 10, ein Motorola ATRIX.

Während andere Kinder also mit dem iPhone 11 oder dem Samsung A9 auf dem neuesten Stand der Technik waren, war mein "Smartphone" zu alt, um Apps zu installieren, da das Betriebssystem nicht mehr unterstützt wurde. Nach drei kaputten Smartphones bekam ich plötzlich, völlig unerwartet 2023 das alte Huawei S20 Pro meines Vaters. Für mich war das eine völlig andere Welt, plötzlich konnte ich alle Apps installieren, die ich wollte.

Technische Flutwelle

Spotify war wie eine technologische Flutwelle für mich, da ich meine Musik nicht mehr vom Laptop auf eine SD-Karte laden musste. Auch YouTube, meine bisher einzige Social-Media-Plattform, konnte ich auf einmal als App nutzen. Doch diese ganze Modernisierung kam auch mit einer stark erhöhten Bildschirmzeit, glücklicherweise begrenzten meine Eltern diese anfangs auf eine Stunde und später auf zwei. Bis vor etwa eineinhalb Jahren verboten mir meine Eltern strikt Apps wie Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, usw.

Bis heute hat nur meine Schwester als einzige in unserer Familie WhatsApp und das aus gutem Grund: Wie schon länger bekannt ist, sammeln jene Apps massenhaft persönliche Daten der User, wie IP-Adresse, Telefonnummern und Dateien, oft überwachen diese Apps ihre Nutzer auch über Kamera und Mikrofon des Smartphones. Sich dieser totalen Überwachung zu entziehen, ist beinahe unmöglich, sofern man am "geregelten" gesellschaftlichen Leben teilnehmen will.

Am prominentesten ist das für mich beim Online-Banking zu sehen, für das bei den meisten Banken eine App unumgänglich ist. Auch muss ich für die Schule einen Teil meiner Daten automatisch an Microsoft geben und solange man nicht Linux verwendet, gibt man beinahe alle Daten sowieso an Microsoft, Apple oder Google (beziehungsweise Android) weiter. Aber ich gebe mein Bestes, möglichst meine Daten zu schützen und anonym zu bleiben. Dies ist zum Beispiel durch Signal und Telegram möglich, die keine privaten Daten sammeln oder speichern.

Es ist gut, weniger erreichbar zu sein

Ein weiterer Vorteil ist, dass ich weniger erreichbar bin und nicht so leicht von meinem Smartphone abgelenkt werde. Ich bekomme nicht massenhaft Snaps, ich muss keine neuen Posts auf Instagram ansehen und verfalle nicht ins Doomscrolling, sobald ich TikTok aufmache. Viele andere Jugendliche machen in letzter Zeit auch den großen Schritt, einzelne oder mehrere Social-Medias zu deinstallieren, um sich von dem Zwang zu befreien. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn je mehr wir uns von diesen Apps trennen, desto freier werden wir!


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