Ohne Bewegung ist mit mir nicht gut Kirschen essen

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24.03.2026
3 Min.

Was Spazierengehen, körperliche Bewegung und Sport mit mir machen.

Sport ist Eintauchen in eine andere Welt. Versucht es! (Foto: pixabay.com)

Mein Wecker läutet. Noch im Bett recke und strecke ich mich, um die letzten müden Geister zu vertreiben und wach zu werden. Das tut meinem starren und oft schmerzenden Nacken gut. Ich sitze nämlich viel über meinen Büchern oder am Computer und Handy. Nun kann der neue Tag beginnen!

Mobilität und Freiheit

Im Winter fahre ich mit dem Bus zur Schule, aber sobald die Straßen trocken sind, nehme ich das Fahrrad, ein ganz normales, kein E-Bike. Oft erlebe ich, dass einige Leute in ihrer Freizeit mit dem Gravelbike weite, herausfordernde Strecken fahren und unter der Woche ein E-Bike verwenden, obwohl die Wege meist kurz und ohne Steigung sind. Natürlich wollen sie nicht verschwitzt in der Schule oder bei der Arbeit ankommen, aber das gelingt mir auf meinem alten Straßenrad ebenfalls. Fortbewegung hängt auch mit Modetrends zusammen. E-Bikes sind momentan besonders beliebt.

Außerdem habe ich etwas gegen Batterien. Letztes Jahr brannte unsere Mülldeponie einige Tage lang, vermutlich verursacht durch einen achtlos weggeworfenen Akku. Wir mussten einige Tage in unseren Wohnräumen bleiben und konnten nicht einmal lüften. Die Luft stank und war sicherlich giftig. Mir fehlten Bewegung und Natur, die für mich meist untrennbar miteinander verbunden sind. Ich spürte eine Enge, mein Körper war träge und schlapp, fast so, als würde ich krank werden.

Spaß

Ganz anders war es während Corona. Am Vormittag erledigte ich im Homeschooling meine Aufgaben, und wenn gerade kein Arbeitsauftrag anstand, passte eine kurze Fitnesseinheit mit Anleitung eines Fernsehmoderators dazwischen. Das machte Spaß, und danach fiel das Sitzen wieder leichter. Bei manchen Lehrern führen wir das auch im Regelunterricht durch, aber natürlich viel kürzer. Auf alle Fälle ist es immer eine willkommene Abwechslung.

Kondition

Während Corona, als wir meine Großeltern nicht besuchen durften, verabredeten wir uns regelmäßig nach dem Mittagessen zu einem Spaziergang. Sogar meine Oma, die sonst immer eine Ausrede parat hatte, machte mit. Wir bemerkten, dass wir immer schneller wurden und unsere Runden größer. So bauten wir eine gute Kondition ohne viel Anstrengung auf. Das freute uns sehr. In dieser gesundheitlich riskanten Zeit waren wir so fit wie nie zuvor.

Orientierung und Stressabbau

Seit neun Jahren gehöre ich zur Wasserrettung. Das wöchentliche Schwimmtraining ist ein Fixpunkt in meinem Wochenplan und gibt Orientierung. Freunde zu treffen ist ein positiver Nebeneffekt. Ich liebe das Schwimmen und Tauchen. Dabei kann ich den ganzen Stress „abwaschen“ und hinter mir lassen. Anschließend geht es meinem Nacken immer besser.

Grenzen

Wettkämpfe mag ich nicht. Nicht weil ich nicht verlieren kann, sondern weil ich den Ehrgeiz und das Konkurrenzdenken einiger Kolleginnen und Kollegen nicht mag. Auch Leistungssport lehne ich ab. Müssen wir wirklich über unsere Grenzen gehen, um uns auszupowern?

Kraft und Gleichgewicht

Im Winter fahre ich viel Ski, aber keine Skitouren. Warum zu Fuß hinaufgehen, wenn nebenan ein Lift vorbeifährt? Nach der Saison fühle ich mich jedoch oft starr. Skifahren ist keine dynamische Bewegung, sondern fordert Kraft und Gleichgewicht.

Erfolg und Anstrengung

Im Frühling dachte ich mir, ich probiere Joggen. Viele laufen derzeit durch die Gegend, warum nicht auch ich? Ich besorgte mir ein hübsches Outfit, schließlich will ich eine gute Figur machen. Unterwegs traf ich viele Gleichgesinnte. Wir zollten uns gegenseitig Anerkennung, und meine Smartwatch zeigte mir meinen Erfolg: Ich war auf dem richtigen Weg. Doch der Puls war hoch, ich war außer Atem, die Zunge hing heraus.

Nichts lief flüssig, der Bewegungsablauf war holprig, und auch die neuen gedämpften Laufschuhe halfen nichts. Es war klar, noch kein Meister ist vom Himmel gefallen. Vorbeugend schmier ich mich nach dem Duschen mit einer Sportlotion ein. Trotzdem fühlte es sich gut an, etwas für den Körper getan zu haben.

Positive Effekte

Mein Vater, der Mediziner ist, würde die Auswirkungen von Bewegung mit Fachbegriffen beschreiben: Stärkung des Immunsystems, Verringerung von Herz-Kreislauf-Problemen, Vorbeugung von Haltungsschäden, psychische Stabilisierung. Ich kann nur sagen: Es tut mir einfach gut.

Leider gibt es auch Tage, an denen ich zu gar nichts komme. Dann bin ich unzufrieden, unausgeglichen und mürrisch. Ich mag mich selbst und auch andere nicht und zeige es. Deshalb versuche ich mich auch an Tagen ohne Lust auf Sport aufzuraffen, denn ohne Bewegung geht es mir nicht gut.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Medizinische Universität Graz.

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