Wir müssen wählen gehen! Sonst nehmen Erwachsene uns nicht ernst

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20.04.2026
3 Min.

Populistische Parteien wirken auf viele junge Menschen oft näher, direkter und verständlicher als klassische Politik. Doch was passiert, wenn Jugendliche wählen gehen oder sich ganz zurückziehen? Im Gespräch mit einem Experten merke ich, warum politische Mitbestimmung gerade für junge Menschen wichtiger ist, als viele glauben.

Schon der Experte sagt: Wer politisch Einfluss nehmen will, der sollte wählen gehen (Foto: Shutterstock)

„Wenn junge Menschen nicht wählen, dann werden ihre Themen automatisch weniger wichtig, weil sie politisch weniger Druck erzeugen.“ Dieser Satz von Professor Laurenz Ennser-Jedenastik von der Uni Wien ist mir besonders hängen geblieben. Er machte klar, worum es an diesem Nachmittag eigentlich ging: um politische Beteiligung und um die Frage, welche Rolle junge Menschen dabei spielen. Für Campus a college sprachen Schülerinnen und Schüler am 20. April online mit dem Uni-Professor.

Der Professor nimmt sich Zeit

Ich bin durch die Schule auf das Zoom Meeting aufmerksam geworden und habe mich angemeldet, weil mich das Thema sofort interessiert hat. Als ich mich eingeloggt habe, waren bereits andere Schülerinnen und Schüler online. Nach und nach füllte sich das Meeting, im Chat erschienen erste Fragen, und dadurch wirkte alles viel lebendiger, als ich erwartet hatte. Es fühlte sich nicht wie ein distanzierter Vortrag an, sondern eher wie ein offenes Gespräch.

Professor Ennser-Jedenastik sprach ruhig, verständlich und direkt. Genau das prägte auch die Stimmung. Man merkte schnell, dass Fragen ernst genommen wurden und dass viele Jugendliche ähnliche Gedanken beschäftigten.

Die Frage, die ich selbst gestellt habe

Meine eigene Frage im Meeting war, ob es für junge Menschen überhaupt Sinn ergibt, wählen zu gehen. Wir leben in einer alternden Gesellschaft und ältere Generationen sind zahlenmäßig stärker vertreten. Dieser Gedanke beschäftigt mich schon länger, weil man schnell das Gefühl bekommt, dass die Interessen junger Menschen sowieso untergehen.

Ennser-Jedenastik antwortete darauf, jede Stimme sei grundsätzlich gleich viel wert. Entscheidend sei aber, wer tatsächlich zur Wahl gehe. Wenn junge Menschen seltener wählen als ältere, werde die politische Schieflage noch größer. Genau dieser Punkt ist mir besonders hängen geblieben, weil seine Antwort ehrlich und nachvollziehbar war.

Für mich war das einer der wichtigsten Momente des Gesprächs. Einerseits bestätigte er, dass es diese demografische Schieflage tatsächlich gebe. Andererseits machte er klar, dass Rückzug das Problem nur verstärken würde. Gerade wenn junge Menschen das Gefühl hätten, zu wenig Einfluss zu haben, sei es umso wichtiger, die eigene Stimme auch wirklich zu nutzen.

Populisten kommunizieren einfacher und emotionaler

Andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten anschließend noch Fragen zu weiteren Themen. Dabei ging es unter anderem darum, warum populistische Parteien auf junge Menschen oft überzeugender wirken als klassische Politik. Ennser-Jedenastik erklärte dazu, populistische Kräfte würden häufig einfacher, emotionaler und direkter kommunizieren. Gerade dadurch wirkten sie für viele schneller greifbar als klassische Politik, die oft vorsichtiger und komplizierter auftrete.

Außerdem wurde im Meeting darüber gesprochen, was es für die Politik bedeutet, wenn Jugendliche wählen gehen oder eben nicht. Der Politikwissenschaftler sagte, Politik reagiere besonders stark auf Gruppen, die aktiv seien, ihre Interessen äußerten und an Wahlen teilnähmen. Wenn junge Menschen sichtbar seien, steige auch die Chance, dass ihre Themen ernster genommen würden.

Ich fand es spannend, dass diese Fragen im Gespräch direkt an meine eigene Überlegung angeschlossen haben. Auch wenn sie nicht von mir kamen, haben sie das Thema weiter vertieft. Gerade dadurch wurde klar, dass es nicht nur um eine einzelne Wahlentscheidung geht, sondern allgemein darum, wie sichtbar junge Menschen politisch überhaupt sind.

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

Für mich war das Online Meeting deshalb so interessant, weil meine eigene Frage sehr direkt beantwortet wurde und die weiteren Fragen aus dem Publikum den größeren Zusammenhang gezeigt haben. Ich habe nicht den Eindruck mitgenommen, dass junge Menschen machtlos sind. Aber ich habe verstanden, dass politische Relevanz nicht einfach von selbst entsteht.

Am Ende bleibt für mich vor allem ein Gedanke: Auch in einer alternden Gesellschaft hat meine Stimme Gewicht. Vielleicht verändert sie nicht sofort alles, aber sie entscheidet mit darüber, ob junge Interessen sichtbar werden oder nicht. Genau deshalb macht Wählen für junge Menschen Sinn.





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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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