Ein Nachmittag, ein Game – und plötzlich merkt man, dass „nur kurz“ viel länger werden kann, als man denkt.
Eigentlich war es nur ein ganz normaler Nachmittag. Ich komme nach Hause, schmeiß meinen Rucksack in die Ecke und denke mir: „Ich zock nur kurz.“ Wirklich nur kurz. Ein Level, maximal zwei. Meine Mutter ist eh noch nicht da, also perfekt.
Ich fang an zu spielen und bin voll drin. Noch ein Versuch. Noch ein Level. Ich merk gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Irgendwann schau ich kurz aufs Handy – 18:47 Uhr. Mathe-Hausaufgabe? Komplett vergessen.
Mein Puls geht direkt bisschen hoch. Ich weiß genau: Wenn meine Mutter gleich heimkommt und ich noch nix gemacht hab, gibt’s Stress. Also schnell Laptop auf, Heft raus, irgendwie anfangen. Aber das Problem: Ich bin noch voll im Game-Modus. Mein Kopf ist null bei Mathe. Ich les die Aufgabe dreimal und check sie trotzdem nicht richtig.
Dann hör ich schon die Tür unten. Super. Genau jetzt. Ich schreib einfach irgendwas hin, in der Hoffnung, dass es halbwegs passt. „Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?“ – „Ja… also fast.“
Am Ende sitz ich da, halb fertig, halb gestresst und denk mir nur: Warum hab ich nicht einfach gleich angefangen? Wär viel chilliger gewesen. Eigentlich weiß ich genau, wie’s besser laufen würde. Aber in dem Moment denkt man halt nicht dran. „Nur kurz“ wird schnell zu „viel zu lang“ – und am Ende hat man den Stress, den man eigentlich vermeiden wollte.
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