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Niemand ist jeden Tag perfekt: Was hinter dem „That Girl“-Trend steckt

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Redakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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04.07.2026
2 Min.

Früh aufstehen, Sport treiben, gesund essen und den Tag perfekt organisieren – der „That Girl“-Trend verspricht ein erfolgreicheres und glücklicheres Leben. Für vVele ist er eine Motivation, für andere setzt er unrealistische Erwartungen. Wo endet gesunde Inspiration und wo beginnt der Druck, ständig perfekt sein zu müssen?

 

Perfektion in Orange: Der „That Girl“-Trend inspiriert viele Menschen, wird aber auch wegen seines Drucks kritisch gesehen. (Foto: Shutterstock)

Wer durch TikTok oder Instagram scrollt, stößt schnell auf Videos vom perfekten Morgen. Noch vor Sonnenaufgang wird trainiert, anschließend gibt es einen grünen Smoothie, danach wird gelesen, gearbeitet und alles läuft scheinbar ohne Stress. Auf den ersten Blick wirkt dieses Leben beneidenswert.

Ich kann gut verstehen, warum viele Menschen solche Inhalte mögen. Sie motivieren dazu, sich mehr zu bewegen, gesünder zu essen oder den Alltag besser zu organisieren. Daran ist grundsätzlich nichts falsch.

Inspiration kann hilfreich sein

Ein strukturierter Tagesablauf kann dabei helfen, Ziele zu erreichen. Regelmäßiger Sport, ausreichend Schlaf oder eine ausgewogene Ernährung tun Körper und Geist gut. Deshalb finde ich es positiv, wenn soziale Medien Menschen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren.

Problematisch wird der Trend aber dann, wenn nur noch Perfektion gezeigt wird. Schlechte Tage, Müdigkeit oder Stress kommen in den Videos kaum vor – obwohl sie zum echten Leben dazugehören.

Ein typisches „That Girl“-Video beginnt oft damit, dass der Wecker bereits um fünf Uhr morgens klingelt. Kurz darauf sieht man ein perfekt gemachtes Bett, eine Yoga-Einheit bei Sonnenaufgang und einen aufwendig zubereiteten Avocado-Toast oder grünen Smoothie. Danach folgen ein makellos aufgeräumter Schreibtisch, Journaling, Hautpflege und ein produktiver Arbeitstag – alles begleitet von ruhiger Musik und perfekt geschnittenen Aufnahmen. Creatorinnen wie Tam Kaur haben diesen Stil mitgeprägt und inspirieren damit Millionen Menschen. Gleichzeitig entsteht leicht der Eindruck, ein erfolgreicher Tag müsse immer genauso aussehen.

Niemand ist jeden Tag perfekt

Wer ständig perfekte Routinen sieht, beginnt schnell, sich mit ihnen zu vergleichen. Plötzlich entsteht das Gefühl, nicht genug zu leisten oder den eigenen Alltag nicht gut genug im Griff zu haben.

Dabei vergisst man leicht, dass viele Videos sorgfältig geplant und geschnitten sind. Sie zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Tages und nicht die gesamte Realität. Niemand filmt den Moment, in dem man verschläft, gestresst ist oder einfach einmal keine Motivation hat.

Gesundheit bedeutet mehr als Selbstoptimierung

Ich finde, ein gesunder Lebensstil sollte sich gut anfühlen und nicht zusätzlichen Druck erzeugen. Es ist völlig normal, auch einmal länger zu schlafen, keine Lust auf Sport zu haben oder einen unproduktiven Tag zu erleben.

Deshalb gefällt mir, dass inzwischen immer mehr Creator bewusst auch ihre schlechten Tage zeigen. Sie sprechen offen darüber, wenn sie erschöpft sind, das Training ausfallen lassen oder sich nicht an ihre Routine halten können. Gerade diese Ehrlichkeit macht ihre Inhalte oft glaubwürdiger und zeigt, dass ein gesundes Leben nicht bedeutet, jeden Tag perfekt zu sein.

Der „That Girl“-Trend kann inspirieren – solange man ihn nicht als Maßstab für das eigene Leben nimmt. Wer gesunde Gewohnheiten entwickeln möchte, sollte sich motivieren lassen, ohne sich ständig mit perfekt inszenierten Videos zu vergleichen. Am Ende geht es nicht darum, einem Trend zu entsprechen, sondern einen Lebensstil zu finden, der zur eigenen Persönlichkeit passt und langfristig guttut.



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