„We control your bodies. Hey bitch, we control your bodies. Guess what, guys win again, okay? Men win again and yes, we control your bodies. […] Your Body, My Choice“, sagt der amerikanische Videoproduzent Nicholas Joseph Fuentes. (deutsch: Wir kontrollieren eure Körper. Hey Schlampe, wir kontrollieren eure Körper. Stellt euch vor, Männer gewinnen wieder, okay? Männer gewinnen wieder und ja, wir kontrollieren eure Körper. […] Dein Körper, meine Entscheidung.)
Ein Mann, der eine derartige antifeministische Rede nach einem Wahlsieg von Donald Trump hält, zeigt deutlich, in welcher Welt wir leben. In einer Welt, in der das Wort „Gleichberechtigung“ für viele fremd ist. Nur weil Menschen behaupten, nichts von Gleichberechtigung zu halten, ist das kein Freifahrtschein, Frauen psychisch und physisch zu zerstören. Die Frage ist: Warum gibt es nach wie vor verbale Gewalt gegen Frauen?
Sei alles. Gleichzeitig.
Gesellschaftliche Erwartungen an Frauen stellen ein zentrales Problem dar. Was muss eine Frau alles sein, um als „perfekt“ zu gelten? Sie soll schlank sein, aber auch Kinder wollen. Diese Kinder soll sie im „richtigen“ Alter bekommen.
Sie soll Karriere machen und selbstbewusst auftreten, jedoch nicht als „Emanze“ (Feministin) gelten, obwohl sie gleichzeitig emanzipiert sein soll. Sie soll organisiert und immer gut gelaunt sein. Erfüllt sie diese Kriterien nicht, scheint Gewalt immer noch eine zulässige Bestrafung zu sein.
Respekt endet beim Geschlecht
Doch Frauen haben genauso wie Männer das Recht auf ein gewaltfreies Leben. Gleichberechtigung bedeutet jedoch noch mehr. Aussagen wie „Du bist eine Frau. Du kannst das nicht“ sind vollkommen absurd. Wenn jemand so eine Aussage tätigt, stimmen viele Menschen stillschweigend zu. Wer allerdings etwas Vergleichbares zu oder über einen Mann sagt, erntet schiefe Blicke.
Oft behaupten Täter, eine Frau sei selbst schuld an der Gewalt, die sie erleiden muss: „Sie hatte zu wenig an.“ Oder: „Sie hat mir schöne Augen gemacht.“ Umgekehrt zählt das aber nicht. Trägt ein Mann beim Joggen oder im Fitnessstudio eine kurze Hose und kein T-Shirt, ist das in der heutigen Gesellschaft nicht dasselbe wie eine Frau mit kurzer Hose und Sportoberteil. Die Menschen sehen den Mann mit Bewunderung und die Frau mit Abscheu oder im schlimmsten Fall mit einem sexualisierten Blick an.
Macht statt Lust
Vergewaltigungen gibt es nach wie vor, weil Täter Grenzen von Frauen nicht respektieren. Sie zerstören das Leben von Frauen, während es Tätern lediglich um die eigene Befriedigung geht. Trotzdem kommen Täter meistens ungestraft davon.
Oft sind es (Ex-)Partner, die durch Gewalt Kontrolle oder Besitzansprüche ausüben wollen. Kein einziger Femizid oder Mordversuch geschieht ohne vorherige deutliche Warnsignale, allen voran durch psychische Gewalt, durch die Männer Frauen unterdrücken und manipulieren.
Kann eine einzige Frau von sich behaupten, keine Angst zu verspüren, wenn sie allein an einer Männergruppe vorbeigehen muss? Niemand würde sich etwas dabei denken, wenn es eine Frauengruppe wäre. Der Unterschied ist offensichtlich.
Schweigen schützt den Täter
Alle Frauen, die unter Gewalt leiden, müssen sich wehren, bevor es zu spät ist. Jede hat das Recht, ein eigenständiges und zufriedenes Leben zu führen. Kein Mann darf über eine Frau bestimmen. Denn wir sind Menschen und keine Objekte: Mein Körper. Meine Entscheidung.
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