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New Yorks Bürgermeister gegen die mächtigste Zeitung der Stadt

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Redakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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29.07.2026
2 Min.

Wer Politik macht, muss mit Kritik rechnen. Doch was passiert, wenn eine Zeitung Tag für Tag gegen einen Politiker schreibt und dieser trotzdem immer beliebter wird? Genau das erleben derzeit viele Menschen in New York. Bürgermeister Zohran Mamdani liefert sich ein ungewöhnliches Duell mit der einflussreichen Boulevardzeitung New York Post.

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani steht seit Monaten im Mittelpunkt heftiger Kritik der Boulevardzeitung New York Post. Trotzdem steigen seine Beliebtheitswerte laut aktuellen Umfragen weiter. (Foto: Them)

Fast täglich erscheint in der New York Post ein neuer kritischer Artikel über Zohran Mamdani. Mal geht es um seine Haltung zu Israel, mal um seine Pläne für öffentliche Supermärkte oder Investitionen in Schulen. Sogar ein Urlaub seiner Frau oder die Schreibweise des Namens eines Polizisten wurden bereits zum Thema.

Trotz dieser Dauerkritik steigt Mamdanis Beliebtheit. Laut einer Umfrage der Siena University von Ende Juni bewerten 58 Prozent der New Yorker seine Arbeit positiv. Nur 26 Prozent sehen ihn kritisch. Damit erreicht er sogar bessere Zustimmungswerte als die Demokratische Partei insgesamt.

Ein ungewöhnlicher Gegner

Die New York Post gehört zum Medienunternehmen von Rupert Murdoch und zählt zu den einflussreichsten Boulevardzeitungen der USA. Seit Jahrzehnten prägt sie politische Debatten in New York und griff bereits mehrere Bürgermeister scharf an.

Dem früheren Bürgermeister Bill de Blasio schadete diese Berichterstattung spürbar. Teile seiner politischen Vorhaben kamen kaum voran, auch seine spätere Bewerbung um die Präsidentschaft blieb erfolglos.

Bei Mamdani scheint diese Strategie bisher kaum Wirkung zu zeigen.

Social Media statt Schlagzeilen

Medienexperten sehen einen wichtigen Grund dafür. Mamdani erreicht viele Menschen direkt über Social Media und eigene Videos. Er ist dadurch deutlich weniger auf klassische Medien angewiesen als frühere Politiker.

Der Medienexperte Angelo Carusone erklärt, Mamdani erzähle seine Geschichte selbst und umgehe damit die klassische Rolle großer Zeitungen. Genau dadurch verliere die Dauerkritik einen Teil ihrer Wirkung.

Auch Autor Ross Barkan sieht darin einen entscheidenden Unterschied. Seiner Einschätzung nach habe die New York Postbisher kein Thema gefunden, das den Bürgermeister dauerhaft beschädigt.

Warnungen ohne Folgen

Vor der Wahl warnte die Zeitung regelmäßig vor dramatischen Folgen eines Wahlsiegs von Mamdani. Unternehmen würden New York verlassen, Millionäre flüchten und die Kriminalität stark steigen.

Bisher gibt es dafür laut dem Bericht keine Hinweise. Unternehmen bleiben in der Stadt und im ersten Quartal 2026 wurden sogar mehr Büroflächen vermietet als im Quartal davor.

Gerade diese Entwicklung könnte den Bürgermeister stärken. Viele New Yorker vergleichen die düsteren Prognosen mit ihrem Alltag und erleben ihre Stadt anders.

Warum das auch uns betrifft

Auch in Österreich informieren sich viele Jugendliche über Politik auf TikTok, Instagram oder YouTube. Klassische Medien spielen weiterhin eine wichtige Rolle, doch Politiker können ihre Botschaften heute oft direkt verbreiten. Dadurch verlieren Zeitungen und Fernsehsender einen Teil ihres früheren Einflusses.

Das Duell zwischen Zohran Mamdani und der New York Post zeigt deshalb eine Entwicklung, die weit über New York hinausgeht. Die Frage lautet längst nicht mehr nur, wer die lautesten Schlagzeilen schreibt. Immer wichtiger wird, wer Menschen direkt erreicht und ihr Vertrauen gewinnt.



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