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Neue Ausbildung für Fahrzeugtechniker: Was sich ab 2027 ändert

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Volontär · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
13.09.2026
3 Min.

Ab Jänner 2027 werden Kraftfahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik zu einem neuen Lehrberuf zusammengeführt. Neben Motoren und Metall gehören dann Elektromobilität, Hochvoltsysteme, Software und Fahrerassistenz stärker zur Ausbildung.

Schraubenschlüssel trifft Software: In modernen Werkstätten werden Fehler längst auch mithilfe von Computern gesucht. (Foto: Nenad Stojković / Wikimedia Commons, CC BY 2.0)

Autos werden immer digitaler und damit verändert sich auch der Beruf der Fahrzeugtechniker*innen. Wer heute ein Auto repariert, braucht längst nicht mehr nur Werkzeug und handwerkliches Geschick, sondern auch Wissen über Elektronik, Software und Hochvoltsysteme.

Darauf reagiert nun auch die österreichische Lehrausbildung: Im Sommer 2026 wurde eine neue Ausbildungsordnung für die Fahrzeugtechnik veröffentlicht. Sie gilt ab 1. Jänner 2027 und führt die bisherigen Lehrberufe Kraftfahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik zusammen.

Vier Schwerpunkte statt zwei getrennter Berufe

Der neue Lehrberuf umfasst die vier Schwerpunkte Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik und Karosserietechnik. Lehrlinge entscheiden sich damit weiterhin für einen bestimmten Bereich, bekommen aber eine gemeinsame technische Grundlage.

Dazu zählen klassische Verbrennungs- und Dieselmotoren ebenso wie elektrische Antriebe, Brennstoffzellen, Sicherheitssysteme und Fahrzeugsoftware. Auch Kameras, Sensoren, Navigationssysteme und der automatische Notruf gehören inzwischen zum Auto – und damit immer stärker zum Wissen der Menschen, die es reparieren.

Die Vorstellung, ein Mechaniker müsse nur gut mit einem Schraubenschlüssel umgehen können, stimmt daher längst nicht mehr. Wer heute in diesem Beruf arbeitet, muss Fehler am Motor erkennen, elektronische Daten verstehen und wissen, wie man ein Hochvoltsystem sicher abschaltet. Gleichzeitig verschwinden die handwerklichen Aufgaben nicht. Reifen, Bremsen, Fahrwerk und beschädigte Karosserieteile müssen weiterhin kontrolliert oder repariert werden.

Ein E-Auto kann gefährlich werden

Besonders wichtig ist der Umgang mit Hochvoltsystemen. In Elektroautos liegen deutlich höhere Spannungen an als in herkömmlichen Fahrzeugen. Falsche Handgriffe können deshalb gefährlich werden. Die neue Ausbildungsordnung legt fest, welche Arbeiten Lehrlinge und ausgebildete Fachkräfte an solchen Systemen durchführen dürfen und welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.

Roman Keglovits-Ackerer, Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik, erklärte gegenüber der Wirtschaftskammer: „Fahrzeugtechnologien entwickeln sich rasend schnell weiter – morgen wird uns vielleicht schon autonomes Fahren beschäftigen.“

Seine Aussage zeigt, wie schwer sich ein Beruf für mehrere Jahre im Voraus planen lässt. Ein Lehrling, der 2027 beginnt, schließt seine Ausbildung erst Jahre später ab. Bis dahin könnten neue Assistenzsysteme, Softwarefunktionen oder teilweise selbstfahrende Autos längst zum Werkstattalltag gehören.

Insgesamt 14 Lehrberufe verändert

Die Fahrzeugtechnik ist nur ein Teil des Lehrberufspakets 2026. Sechs Ausbildungsordnungen wurden umfassend modernisiert, acht weitere Berufe oder Prüfungsordnungen aktualisiert. Betroffen sind unter anderem Tierpflege, Glasbautechnik sowie Installations- und Energietechnik.

Bei den Installateurinnen und Installateuren kommen etwa Klima- und Automatisierungstechnik stärker in die Ausbildung. In der Tierpflege erhalten Artenschutz und die Arbeit in wissenschaftlich geführten Einrichtungen mehr Platz. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums profitieren von dem gesamten Paket mehr als 18.000 junge Menschen.

Eine neue Verordnung allein garantiert allerdings noch keine moderne Ausbildung. Entscheidend wird sein, ob Berufsschulen und Lehrbetriebe über aktuelle Diagnosegeräte, Elektrofahrzeuge und gut geschulte Ausbildner verfügen. Sonst steht die Hochvolttechnik zwar im Lehrplan, kommt in der Werkstatt aber kaum vor.

Unter der geöffneten Motorhaube wird deshalb auch künftig geschraubt werden. Doch vielleicht entscheidet sich der Fehler nicht mehr am Geräusch des Motors, sondern an einer kleinen Warnmeldung auf dem Bildschirm daneben. Der Schraubenschlüssel bleibt, allein wird er aber nicht mehr reichen.


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