Schülerinnen und Schüler kommen mit einem komplett neuen Alltag in Kontakt. Einigen fällt das leichter, andere können mit dieser Umstellung nicht umgehen. Doch wie können sich Schülerinnen und Schüler einleben und mit dem Stoff, den sie bekommen, bestmöglich lernen? Nachhilfe? Können sich nicht alle leisten. Lehrpersonen? Fehlt es oft an Vertrauen zwischen Lehrperson und Schüler oder Schülerin. Die Antwort könnten Peers sein. Peers sind Schülerinnen und Schüler, die dort ansetzen, wo Lehrpersonen aufhören. Die helfen, motivieren und Schülerinnen und Schülern ihr Potenzial zeigen. Ein System, in dem Schülerinnen und Schüler der höheren Schulklassen denjenigen Hilfe anbieten, die sie brauchen. Die ihnen zur Seite stehen, wenn Probleme zwischen Lehrperson und Schüler*in Entstehen. Die ihnen zeigen, es gibt einen Ausweg.
"Ich habe gedacht, dass es schwieriger sein wird"
Julia Liebminger aus der 3BK ist eine Schülerin der HAK Judenburg, sie ist Teil des Peer-Systems. Sie ist 17 Jahre alt und steht seit fast zwei Jahren Schülerinnen und Schülern zur Seite, wenn sie Hilfe brauchen. Sie engagiert sich in Fächern wie Betriebswirtschaft und Unternehmensrechnung.
„Ich habe gedacht, dass Nachhilfe geben schwieriger sein wird und es wird nicht immer leicht sein, den Stoff verständlich zu erklären. In der Praxis hat es aber viel Spaß gemacht, und es war interessant zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler Fortschritte gemacht haben“, sagt Julia.
„Meiner Erfahrung nach bringt die Nachhilfe auf jeden Fall etwas. Viele Schülerinnen und Schüler verstehen den Stoff besser und können dadurch ihre Noten verbessern“, sagt Julia. So zu lernen, erweitere nicht nur das Wissen und steigert das Lernpotenzial der Schülerinnen und Schüler, so zu lernen schaffe Gemeinschaft.
Meine eigene Erfahrung: Von Nicht genügend zu Befriedigend
Als ich in die Oberstufe kam, war ich mit den neuen Schulfächern überfordert. Tausende Erwartungen kamen auf mich zu, und mitten im Stress, mich in den neuen Schulalltag einzuleben, standen auch noch zahlreiche Tests und Schularbeiten an. Deshalb entschied ich mich, die Unterstützung der Peers in Anspruch zu nehmen. Durch die Nachhilfe fand ich besser ins Lernen hinein und erhielt gerade in Fächern, in denen ich mir schwertat, wie Unternehmensrechnung, die Hilfe, die ich brauchte. So schaffte ich den Sprung von einem Nicht genügend zu einem soliden Befriedigend.
Das Projekt endet nicht mit der Schulglocke um 13:15 Uhr. Wer Nachhilfe gibt, sieht unmittelbar, wie die Mitschülerinnen und Mitschüler Fortschritte machen. Wer sie annimmt, geht selbstbewusster in Schularbeiten und merkt schnell die eigene Verbesserung. Am Ende stehen bessere Noten, neue Freundschaften und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl.
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