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Nach zwei Stunden ist Schluss: Neue Regeln für Instagram und Facebook

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Chefredakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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27.08.2026
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Meta muss in den USA bis zu 17,1 Milliarden Dollar zahlen, weil der Konzern Instagram und Facebook so gestaltet hat, dass die Kinder und Jugendliche möglichst lange auf den Plattformen bleiben. Jetzt soll die Nutzung für unter 18-Jährige künftig stärker begrenzt werden.

Nach zwei Stunden werden für Minderjährige in den beteiligten US-Gebieten unter anderem Reels, Feeds und Storys auf Instagram und Facebook gesperrt. Direktnachrichten bleiben möglich. (Foto: Künstliche Intelligenz)

„Zwei Stunden 40? Hätte ich nicht gedacht.“ Mein Kumpel Elias schaut auf seine Bildschirmzeit. Der 17-Jährige hätte seine tägliche Instagram-Nutzung auf höchstens zwei Stunden geschätzt. Tatsächlich verbringt er dort im Durchschnitt fast drei Stunden. Hauptsächlich schaut er Reels oder schreibt Nachrichten.

Genau deshalb frage ich ihn, was passieren würde, wenn Instagram ihn nach zwei Stunden einfach ausbremsen würde. Die Frage kommt nicht von ungefähr: In einigen US-Bundesstaaten gelten für Jugendliche unter 18 Jahren ab sofort neue Regeln für Instagram und Facebook. Die technische Umsetzung des Beschlusses wird allerdings noch mehrere Monate dauern.

Doch fix ist: Nach zwei Stunden täglicher Nutzung sollen bestimmte Funktionen eingeschränkt werden. Reels, Feeds und Storys stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Direktnachrichten bleiben erreichbar. Mehr Zeit können nur die Eltern freigeben.

Für meine Eigenrecherche habe ich Elias und auch meinen Freund Alex gefragt, was ein solches Modell in Österreich für sie bedeuten würde. Beide sind 17 und damit alt genug, um ihre eigene Nutzung einzuschätzen, aber in den USA noch von den neuen Regeln betroffen. In Österreich gelten sie nicht. Ihre Antworten sind deshalb eine Gedankenprobe: Was würde passieren, wenn es diese Zwei-Stunden-Grenze auch bei uns gäbe?

Warum 17 und 18 Milliarden genannt werden

Die Regeln sind Teil eines gerichtlich genehmigten Vergleichs zwischen Meta und US-Generalstaatsanwälten. Diese hatten dem Konzern vorgeworfen, Instagram und Facebook mit Funktionen ausgestattet zu haben, die junge Menschen möglichst lange auf den Plattformen halten. Meta bestreitet die Vorwürfe.

In Berichten tauchen unterschiedliche Summen auf. Die Generalstaatsanwaltschaften nennen für den gemeinsamen Vergleich bis zu 17,1 Milliarden Dollar. Meta selbst spricht unter Einbeziehung weiterer Vereinbarungen von rund 18 Milliarden Dollar.

Etwa 12,7 Milliarden sollen über zehn Jahre verteilt fließen. Weitere 5,3 Milliarden werden nur unter bestimmten Bedingungen fällig. Dafür müssten unter anderem TikTok und YouTube vergleichbare Schutzmaßnahmen einführen und eigene Zahlungen leisten. Die Schlagzeile von 18 Milliarden beschreibt damit den möglichen Höchstbetrag nach Metas Rechnung, keine sofortige Überweisung.

Meta erzielte 2025 einen Nettogewinn von 60,46 Milliarden Dollar. Die maximale Vergleichssumme entspricht knapp 30 Prozent dieses Jahresgewinns. Über zehn Jahre verteilt wirken die garantierten Zahlungen deutlich kleiner: 12,7 Milliarden ergeben durchschnittlich 1,27 Milliarden Dollar pro Jahr. Gemessen am Gewinn von 2025 sind das rund zwei Prozent.

Der Betrag gehört trotzdem zu den größten Vergleichen dieser Art. Für Meta dürfte die jährliche finanzielle Belastung überschaubar bleiben. Stärker könnten sich die verpflichtenden Änderungen an Instagram und Facebook auswirken.

Zwei Stunden reichen, aber wer entscheidet?

Elias würde ein vergleichbares österreichisches Limit überschreiten. Trotzdem hält er zwei Stunden grundsätzlich für angemessen. „Wenn ich fast drei Stunden sehe, ist das schon viel Zeit.“

Was ihn stört, ist die Zustimmung der Eltern. „Meine Eltern entscheiden ja auch nicht jede andere Stunde meines Tages.“

Auf die Frage, warum er eine Grenze ablehnt, die er selbst vernünftig findet, überlegt Elias kurz. „Weil es einen Unterschied macht, ob ich selbst sage, nach zwei Stunden ist Schluss, oder ob eine App entscheidet, dass ich jetzt nicht mehr rein darf.“

Seine gesamte Bildschirmzeit würde dadurch vermutlich kaum sinken. „Wenn Instagram gesperrt ist, gehe ich wahrscheinlich einfach auf TikTok. Dann habe ich zwar weniger Instagram-Zeit, aber nicht automatisch weniger Bildschirmzeit.“

Alex, ebenfalls 17, nutzt Instagram durchschnittlich 55 Minuten täglich. Er hat sich selbst ein Stundenlimit gesetzt. Zwei Stunden findet er großzügig. Eine vollständige Sperre aller Funktionen wäre ihm trotzdem zu einfach. „Reels könnte man begrenzen, aber Nachrichten weiterhin erlauben.“

Genau diese Unterscheidung enthält der US-Vergleich. Direktnachrichten zählen nicht zum Zeitlimit. Eine Minute im Gespräch mit einem Freund wird damit anders behandelt als eine Minute beim endlosen Scrollen.

Keine Reels nach Mitternacht

Die neuen Regeln gehen über das Zwei-Stunden-Limit hinaus. Sie sperren Feeds, Reels und Storys zwischen Mitternacht und 6 Uhr. Direktnachrichten bleiben auch nachts verfügbar. Zwischen 8 und 15 Uhr werden die meisten Benachrichtigungen ausgeschaltet.

Hinweise nach 15 Minuten ununterbrochener Nutzung sowie nach insgesamt 60 und 90 Minuten sollen zu Pausen bewegen. Likes werden bei Minderjährigen standardmäßig ausgeblendet. Jugendliche können einen chronologischen Feed statt algorithmischer Empfehlungen auswählen.

Meta muss außerdem das Alter seiner Nutzerinnen und Nutzer besser erkennen. Unter-13-Jährige sollen von den Plattformen ferngehalten und Konten von 13- bis 17-Jährigen den Schutzregeln zugeordnet werden.

Elias würde die stummen Benachrichtigungen während der Schule begrüßen. Die Nachtsperre findet er unter der Woche sinnvoll, am Wochenende würde sie ihn stören.

Alex sieht besonders die Rolle der Eltern kritisch: „Es wäre schon komisch, wenn du mit 17 für eine Stunde mehr Instagram deine Eltern fragen musst und mit 18 plötzlich komplett selbst verantwortlich bist.“

Für uns in Österreich haben diese Vorgaben derzeit keine rechtlichen Folgen. Hier wird aktuell über eine andere Maßnahme diskutiert: eine Social-Media-Sperre für Kinder unter 14 Jahren. Ob die amerikanischen Zeitlimits später als Vorbild für Österreich oder die gesamte EU dienen, ist offen.

Elias und Alex können Instagram weiterhin ohne verpflichtendes Zwei-Stunden-Limit verwenden. Ihre Bildschirmzeiten zeigen aber, wie unterschiedlich eine solche Regel bei uns wirken könnte. Alex würde sie kaum bemerken. Elias müsste täglich entscheiden, ob er aufhört, seine Eltern fragt oder einfach die nächste App öffnet.

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