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Mitbestimmen über die Wahlen hinaus: einige Rechte, die wir dringend brauchen

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Volontärin · HTL Villach Netzwerk- und Medientechnik
29.01.2026
2 Min.

Manchmal merken wir erst, dass uns Rechte fehlen, wenn wir uns nicht gehört oder unfair behandelt fühlen. Welche Rechte wünsche ich mir also für unsere Gesellschaft, und warum könnten sie unser Zusammenleben positiv verändern?

Wahlen sind gut aber zu wenig. Die Gen Z braucht bessere und konkretere Möglichkeiten zur Mitbestimmung. (Foto: Shutterstock)

Wenn ich darüber nachdenke, welche Rechte ich mir wünsche, merke ich schnell: Viele davon haben mit Mitbestimmung, Fairness und Transparenz zu tun. Oft entsteht das Gefühl, dass Entscheidungen über unser Leben getroffen werden, ohne dass wir wirklich Einfluss darauf haben. Genau hier würde ich ansetzen.

Ein Recht, das mir besonders wichtig ist, ist mehr echte Mitbestimmung im Alltag – nicht nur durch Wahlen alle paar Jahre, sondern auch bei konkreten Themen, die unser direktes Umfeld betreffen. Ob es um Schule, Ausbildung, Arbeit oder den Wohnort geht: Menschen sollten öfter gefragt werden, bevor Entscheidungen fallen. Ein stärkeres Recht auf Beteiligung würde nicht nur das Vertrauen in Politik und Institutionen erhöhen, sondern auch das Verantwortungsgefühl stärken. Wer mitentscheiden darf, fühlt sich ernst genommen und engagiert sich eher. Bemerkbar wurde das für mich vor allem in der Schule. Entscheidungen über Stundenpläne, Prüfungsformen oder Regeln wurden oft einfach festgelegt, obwohl sie uns Schüler:innen direkt betroffen haben und wir unseren Alltag dadurch erträglicher gestalten hätten können.

Ein Recht auf verständliche Informationen

Außerdem wünsche ich mir ein stärkeres Recht auf verständliche Informationen. Viele Rechte existieren zwar auf dem Papier, sind aber im Alltag schwer zugänglich, weil sie kompliziert formuliert sind oder man gar nicht weiß, dass es sie gibt. Jeder Mensch sollte das Recht haben, seine Rechte einfach erklärt zu bekommen – unabhängig von Bildung, Alter oder Herkunft. Das würde vor allem jenen helfen, die sich oft nicht trauen, Fragen zu stellen oder Unterstützung einzufordern.

Recht auf Gleichbehandlung, auch bei Noten

Ein weiteres wichtiges Thema ist Gleichbehandlung. Ich wünsche mir ein Recht, das nicht nur formell, sondern auch praktisch für Chancengleichheit sorgt. Niemand sollte wegen Geschlecht, Herkunft, sozialem Hintergrund oder persönlichen Lebensentscheidungen benachteiligt werden. Wenn dieses Recht konsequenter umgesetzt würde, hätten mehr Menschen die Möglichkeit, ihr Potenzial zu entfalten, und die Gesellschaft insgesamt würde vielfältiger und gerechter. Auch hier gibt es einige schulische Situationen, die zeigen, dass Gleichbehandlung bisher primär nur am Papier existiert. Noten, Unterstützung oder andere Aspekte werden oft auf das Geschlecht, den Körper oder den Hintergrund angepasst.

Diese Rechte wären nicht nur für mich persönlich wichtig, sondern für uns alle. Sie würden dazu beitragen, dass wir uns gehört fühlen, besser informiert sind und fairer miteinander umgehen. Eine Gesellschaft, in der Rechte gelebt und verstanden werden, ist eine Gesellschaft, in der sich Menschen sicherer, freier und verantwortungsvoller fühlen.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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