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Vom Stall bis zum Teller: Wie artgerechte Haltung unsere Lebensmittel besser macht

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03.12.2025
2 Min.

Gerade jetzt lohnt sich ein Blick auf Schweine: Das Bewusstsein für artgerechte Tierhaltung wächst, und immer mehr Verbraucher fragen sich, wie unsere Lebensmittel produziert werden. Schweine sind faszinierende Tiere, schlau, reinlich und mit eigenen Bedürfnissen. Ein genauerer Blick auf Haltung, Fütterung und Stallgestaltung zeigt, wie eng Tierwohl und Qualität zusammenhängen.

Glückliche Schweine liefern nachweislich besseres Schwein. (Foto: Lichtsammler/pixabay)

Wir beschäftigen uns selten bewusst mit Schweinen und doch beeinflussen ihre Haltung und Ernährung direkt die Qualität unseres Essens. Gerade jetzt lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Schweine sind intelligente, soziale Tiere mit natürlichen Bedürfnissen, die in modernen Ställen oft auf die Probe gestellt werden. Ein Blick hinter die Stalltüren zeigt, wie viel Wissen und Verantwortung in der Schweinemast stecken.

Schweine müssen ständigen Zugang zu ausreichend organischen Materialien haben, die sie bekauen, untersuchen und bewegen können. Das können Holzblöcke, Seile, Stroh- oder Heuraufen usw. sein. Diese dienen hauptsächlich dazu, natürliche Gewohnheiten wie das Wühlen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig zu verhindern, dass sich die Schweine gegenseitig bekauen.

Ernährung und Fütterung

Ernährungsphysiologisch gesehen sind Schweine Allesfresser. Das bedeutet, dass sie in der Natur sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung fressen. In der landwirtschaftlichen Schweinemast werden die Tiere jedoch vegetarisch, meist sogar vegan ernährt. Deshalb ist eine ausreichende Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen durch die richtige Futterzusammensetzung besonders wichtig.

Die tägliche Futterration besteht meist aus Mais (Kornschrot), Weizen, Gerste und Sojaschrot. Daneben erhalten die Schweine auch eine Mineralstoff- und Vitaminmischung. Die genaue Zusammensetzung und weitere Zusätze hängen stark vom Betrieb ab, variieren aber auch nach Jahreszeit oder nach den besonderen Bedürfnissen der Tiere. Beschaffenheit, Menge und Qualität müssen ebenfalls auf die Tiere abgestimmt sein. Jüngere Schweine benötigen für den Muskelaufbau mehr Eiweiß, das bei älteren Tieren reduziert werden kann. Die Fütterung erfolgt daher in Phasen und ist an die jeweiligen Gewichtsbereiche der Tiere angepasst.

Stallgestaltung und Haltungsformen

Der Stall und die Umgebung müssen dem natürlichen Verhalten der Tiere angepasst sein. Schweine werden in Buchten in Kleingruppen gehalten. Obwohl Schweine oft mit Dreck in Verbindung gebracht werden, sind sie sehr reinliche Tiere. Sie teilen ihren Lebensraum entsprechend ihren Bedürfnissen in einen Liegebereich, einen Aktivitätsbereich und einen Kotbereich ein. Wie und wo diese Funktionsbereiche angelegt sind, ist betriebsspezifisch.

Die Stallsysteme in der Schweinemast unterscheiden sich je nach Haltungsverfahren, räumlicher Gestaltung der Funktionsbereiche oder Bauweise. Bei Ställen mit Vollspaltenböden besteht die gesamte Liege- und Bewegungsfläche aus Spaltenboden. Spaltenböden aus Beton müssen aus Flächenelementen bestehen und dürfen keine durchgehenden Schlitze aufweisen. Die Ausführung der Spalten (Schlitzweiten und Auftrittsbreiten) ist gesetzlich genau festgelegt und hängt von der Größe der Tiere ab. Kot und Harn gelangen bei Spaltenböden in den darunterliegenden Güllekeller. Dies ist arbeitswirtschaftlich weniger aufwändig und sorgt für saubere Tiere.

Aus tierethischer Sicht sind Strohsysteme den Vollspaltensystemen jedoch vorzuziehen. Sie sind arbeitsaufwändiger, was höhere Haltungskosten und letztlich einen höheren Fleischpreis zur Folge hat.

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