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Messi, ich werde dich vermissen: Mit seinem Aus bei der argentinischen Nationalmannschaft endet ein Stück meiner Kindheit

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Redakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
2 Kommentare
31.08.2026
4 Min.

Lionel Messi beendet nach 21 Jahren seine Laufbahn im argentinischen Nationalteam. Viele von uns kennen Fußball kaum ohne ihn. Sein Abschied war nach der WM absehbarund trifft mich trotzdem.

 

Nach 207 Einsätzen beendet Lionel Messi seine Karriere im argentinischen Nationalteam. Das verlorene WM-Finale gegen Spanien war sein letztes Länderspiel. (Foto: shutterstock)

Lionel Messi beendet seine Laufbahn im argentinischen Nationalteam. Die Medien sind voll davon. Ich lese die Berichte alle zweimal. Mit seinem Abschied nach der WM hatte ich gerechnet, der Zeitpunkt überrascht mich trotzdem. Es fühlt sich an, als würde mit dieser Nachricht auch ein Teil meiner Kindheit verschwinden.

Ich bin Messi-Fan, seit ich Fußball kenne. Irgendwann muss jede Ära zu Ende gehen. Dieser Satz klingt vernünftig, hilft in diesem Moment aber wenig. Messi war in meinem Leben nie nur eine Figur aus alten Videos. Er war immer da: auf dem Fernseher, in meinen FIFA-Karten, auf meinem Trikot und in Diskussionen mit Freunden, bei denen Messi oder Ronaldo gewinnen musste.

Diesmal ist es endgültig

Messi ist inzwischen 39 Jahre alt. In seiner Abschiedsbotschaft schreibt er, er habe alles gegeben und „nichts mehr zu geben“. Außerdem hätten junge Spieler ihre Chance verdient. Die Entscheidung schmerze ihn, doch er wisse, dass der Moment gekommen sei.

Seine Abschiedsworte hatte Messi bereits am 21. Juli verfasst, zwei Tage nach dem verlorenen WM-Finale gegen Spanien. Nach dem Tod seines Vaters Jorge Anfang August sei er noch überzeugter von seiner Entscheidung gewesen. Am 31. August machte er seinen Rücktritt schließlich öffentlich.

Seine gesamte Fußballkarriere endet damit allerdings noch nicht. Für Inter Miami spielt er weiterhin. Messi verlässt Argentinien nach 207 Länderspielen und 125 Toren. Kein anderer Spieler lief so oft für das Land auf oder erzielte so viele Treffer. Dazu kommen der WM-Titel 2022 sowie die Siege bei der Copa América 2021 und 2024.

Diese Zahlen wirken riesig. Für mich besteht seine Karriere trotzdem vor allem aus einzelnen Bildern.

Meine Erinnerung beginnt im Jahr 2010

Wenn ich über meine früheste Messi-Erinnerung nachdenke, lande ich bei Bildern der WM 2010 in Südafrika. Wie viel davon ich damals bewusst gesehen habe und wie viel aus späteren Rückblicken stammt, kann ich heute kaum trennen.

Messi spielte bei diesem Turnier in allen sieben argentinischen Partien? Nein – Argentinien bestritt damals fünf Spiele, Messi stand in allen fünf auf dem Platz. Im Viertelfinale verlor das Team mit 0:4 gegen Deutschland. Damals konnte niemand ahnen, wie lange wir diesen Spieler noch bei Weltmeisterschaften sehen würden.

Meine stärksten Erinnerungen stammen ohnehin aus seiner Zeit beim FC Barcelona. Mir fällt kein einzelnes Tor ein. Es ist eher die Art, wie er an mehreren Gegenspielern vorbeidribbelte, als würde der Ball an seinem Fuß kleben.

Im Barça-Trikot absolvierte Messi 778 Pflichtspiele, erzielte 672 Tore und gewann 35 Titel. Hinter diesen Zahlen stecken für mich aber vor allem unzählige Solo-Läufe, Videos und Abende, an denen wir nur wegen ihm einschalteten.

2016 war schon einmal Schluss

Messi hat Argentinien bereits einmal verlassen. Nach dem verlorenen Finale der Copa América 2016 gegen Chile verschoss er seinen Versuch im Elfmeterschießen. Kurz darauf erklärte er seinen Rücktritt. „Für mich ist die Nationalmannschaft vorbei“, sagte er damals.

Später kehrte er zurück. Aus dem Spieler, der ohne großen Titel für Argentinien aufhören wollte, wurde schließlich ein Weltmeister. Deshalb fühlt sich dieser Abschied anders an. Messi geht nach einer erfüllten Reise, die ihn sogar noch in ein weiteres WM-Finale führte.

Der Abend bei meiner Tante

Das WM-Finale 2022 schaute ich mit meiner Familie bei meiner Tante zu Hause. Argentinien und Frankreich lieferten sich eines der spannendsten Spiele, die ich erlebt habe. Nach einem 3:3 gewann Argentinien mit 4:2 im Elfmeterschießen.

Ich war vor allem froh, weil Messi endlich Weltmeister war. Nach den verlorenen Endspielen und dem kurzen Rücktritt von 2016 hielt er den Pokal endlich in seinen Händen. Für mich wirkte dieser Moment wie das Ende einer langen Geschichte.

Trotzdem spielte er weiter.

Vier Jahre später sah ich auch sein letztes Spiel für Argentinien. Diesmal saß ich mit Freunden vor dem Fernseher. Spanien hatte im WM-Finale 2026 aus meiner Sicht Vorteile und gewann nach Verlängerung mit 1:0. Das Ergebnis überraschte mich kaum, traurig war ich trotzdem. Messi war mit 39 Jahren der älteste Feldspieler, der je in einem WM-Finale eingesetzt wurde.

Messi oder Ronaldo?

Die Frage nach Messi oder Ronaldo begleitet viele von uns seit der Kindheit. In meinem Umfeld gibt es meiner Einschätzung nach sogar mehr Ronaldo-Fans. Solche Diskussionen gehörten zum Fußball wie die Spiele selbst. Jeder hatte seine Argumente, seine Lieblingsvideos und seinen Spieler.

Bei mir war die Antwort immer Messi. Ich habe ein Trikot, FIFA-Karten und Erinnerungsstücke rund um den WM-Sieg 2022. Sein Abschied zeigt mir, wie eng Sport mit dem eigenen Leben verbunden sein kann.

Während Messi Titel gewann, wurden auch wir älter. Seine Karriere lief im Hintergrund unserer Schulzeit, unserer Freundschaften und vieler gemeinsamer Fußballabende mit.

Der Instagram-Post ist auf meinem Handy noch geöffnet. Seine Dribblings für Barcelona werden weiterhin in Videos auftauchen, meine Karten und mein Trikot bleiben ebenfalls. Doch bei der nächsten Partie Argentiniens wird die Nummer zehn fehlen.

Der Post verschwindet irgendwann aus meinem Feed. Zum ersten Mal, seit ich Fußball kenne, beginnt für Argentinien eine Ära ohne Lionel Messi.

Kommentare

  • Kein Profil-Bild gefunden.
    vor 5 Tagen Marvin Abdou
    Ronaldo oder Messi? Wer von den beiden der bessere ist, bleibt Präferenz. Was man aber nicht abstreiten kann ist, dass beide eine ganze Generation inspiriert haben - auf unterschiedliche Weise. Sehr guter Beitrag Diego!
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    vor 3 Tagen Leon Tillian-Köck
    guter Text!