Sei Teil der zwei Prozent, die zu Fuß gehen, auch wenn es einen Lift gibt

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Volontärin · BRG Kufstein
15.02.2026
3 Min.

Sport. Freunde. Schule. Das sind die drei wichtigsten Aspekte meines Lebens.

Diese Dinge bedeuten auch Stress. Ich trainiere, ich wachse, ich arbeite an mir. Gleichzeitig versuche ich, meine sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten. Und dann ist da noch die Schule. Mit einer Rolle, die manchmal schwerer wiegt als alles andere. Ich soll lieber meine Jugend genießen, sagen manche, doch an meine Zukunft zu denken bedeutet für mich, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.

 

So schauen oft meine schulfreien Tage aus, wenn eine Arbeit ansteht. (Foto: Vanessa Potisk)

Ich bin Gymnasiastin und habe einen guten Notendurchschnitt. Natürlich möchte ich nicht schlechter werden. Aber ich möchte auch meine anderen Lebensbereiche nicht zurücklassen. Also stresse ich mich durch meinen Tag. Mittlerweile ist das fast Gewohnheit. Mithalten ist nicht selbstverständlich, vor allem mit Einser-Schülern, die scheinbar keine anderen Hobbys haben.

Meine Lösung? Hausübungen am besten sofort, oft schon in der Pause. Jede freie Minute wird genutzt. Lernen wird in jede Lücke geschoben. Effizient zu sein ist kein Talent. Es ist Überlebensstrategie.


Mein Alltag: durchgetaktet, aber selbst gewählt

Meistens stehe ich um 5.45 Uhr auf. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich meinen Morgen ruhig beginnen will. Ich genieße es, mich in meinem Tempo fertig zu machen.

Steht ein Test oder eine Schularbeit an, klingelt der Wecker um 4:20 Uhr. Dann gehe ich alles nochmal gründlich durch. Wenn es sich ausgeht, lege ich mich vor dem richtigen „Wachwerden“ nochmal kurz ins Bett.

Nach der Schule erledige ich Hausübungen sofort, um mir den Nachmittag freizuhalten. Oft folgt Nachmittagsunterricht, eines meiner zwei Wahlpflichtfächer. Ja, ich habe bewusst zwei gewählt, weil ich beides in meinem zukünftigen Leben nachweisen möchte.

Danach wird gelernt, meistens mit meiner Freundin Hanna. Wir wurden schon ausgelacht, weil wir gemeinsam lernen. Aber ohne einander hätten wir oft viel weniger Motivation.

Am Abend wartet das Training. Teilweise bis 22 Uhr. Danach esse ich noch etwas, weil es nach dem Sport wichtig ist. Duschen. Schulisches durchgehen.

Und oft liege ich erst um Mitternacht im Bett.

Schlimm genug, ich weiß.

Manchmal wünsche ich mir mehr Schlaf.

Bleibt da noch Zeit für Ruhe?

Nicht viel. Aber wenn ich eine freie Minute habe, verbringe ich sie mit meinen besten Freunden. Und wenn es nicht anders geht, lernen wir eben zusammen.

Ich rauche nicht. Ich trinke keinen Alkohol. Ich achte auf meine Ernährung, auch wenn ich Schokolade liebe.

Ich habe ein super Zeugnis. Ich mache jeden Tag Sport. Ich habe Freunde, die mich unterstützen und das gleiche Mindset verfolgen. Und ja, „Mindset“ ist eines meiner Lieblingswörter.

Zwei Prozent

In einem der inspirierendsten Videos, die ich je gesehen habe, heißt es: „Only two percent of the people choose the stairs if there’s an elevator available.“

Nur zwei Prozent nehmen die Treppe, wenn es einen Aufzug gibt. Ich will nicht den Aufzug. Nicht, weil ich besser sein will als andere. Sondern weil ich jetzt schon weiß, dass meine Zukunft nicht von Zufall abhängen soll.

Mit 15 an morgen denken

Ich bin 15. Und ja, vielleicht denken manche, ich übertreibe. Vielleicht sagen andere, ich soll „mein Alter genießen“. Aber wer sagt, dass Disziplin und Lebensfreude Gegensätze sind? Ich lebe mein Leben gesund. Ich arbeite an meinen Träumen. Ich denke an meine Zukunft, nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung mir selbst gegenüber.

Reife bedeutet für mich nicht, alles perfekt zu machen. Reife bedeutet, bewusst zu entscheiden. Ich entscheide mich für Einsatz. Ich entscheide mich für Gesundheit. Ich entscheide mich dafür, später einmal sagen zu können: Ich habe meine Chancen genutzt.

Schlussgedanke

Also sei Teil der zwei Prozent. Lebe dein Leben bewusst, denn du hast nur dieses eine. Und am Ende willst du es nicht nur gelebt, sondern geliebt haben.

Folge deinem Mindset. Nicht blind, nicht verbissen – sondern überzeugt. Große Träume entstehen nicht durch Zufall, sondern durch Entscheidungen, die man jeden Tag trifft.

Ich möchte später erfolgreich sein. Nicht, um besser zu wirken als andere. Sondern weil ich gewisse Standards für mein Leben habe. Weil ich weiß, was ich mir wünsche.

Und genau deshalb kämpfe ich jetzt schon dafür. Ich investiere heute Zeit, Disziplin und Energie, damit es mir morgen leichter fällt.

Vielleicht bin ich erst 15. Aber meine Zukunft beginnt nicht irgendwann – sie beginnt jetzt. Und wenn Erfolg bedeutet, vorbereitet zu sein, dann fange ich lieber früh damit an.

 

 

 




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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die medizinische Universität Wien.

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