Mein digitales Vorbild ist meine kleine Schwester Lia. Obwohl sie erst 12 Jahre alt ist, bewundere ich sie für ihre Stärke und Reife im Umgang mit digitalen Medien. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie, trotz ihres jungen Alters, sehr reif mit einem Mobbing-Fall in ihrer Klasse umgegangen ist.
Ein Mobbing-Fall an der Schule
In der WhatsApp-Gruppe ihrer Klasse wurde ein Mitschüler öfters ausgegrenzt und mit gemeinen Kommentaren über sein Aussehen und Verhalten beleidigt. Niemand hat diesen Mitschüler verteidigt oder den Fall einem Elternteil oder Lehrer mitgeteilt. Doch Lia hatte kein so gutes Bauchgefühl dabei. Sie hat mir davon erzählt und somit konnte ich sie aufklären, welche Auswirkungen das, vor allem auf Kinder, haben kann. Anstatt sich zurückzuhalten, schrieb sie klar in die Gruppe, dass das Verhalten unfair und verletzend sei und dass man niemanden wegen seines Aussehens fertig macht.
Was mich so beeindruckt: Sie hat es geschafft, das Problem ruhig und sachlich anzusprechen, ohne selbst beleidigend zu werden. Sie meinte zu mir: „Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich mich getraut habe meinen Mitschüler zu beschützen.“ Dieser Satz zeigt, wie klug sie schon jetzt mit Konflikten umgeht und wie wichtig es ist Kinder schon im frühen Alter über solche Situationen aufzuklären.
Ein Vorbild auch für andere
Ihre Nachricht hat wirklich etwas bewegt. Nach ihrem Eingreifen meldeten sich auch andere Mitschüler, die bis dahin geschwiegen hatten, und unterstützten sie vollkommen. Schließlich wurde die Situation sogar im Unterricht besprochen, und ihre Lehrerin lobte Lia für ihren Mut. Auch der angegriffene Mitschüler danke ihr später und meinte, er hätte sich nicht getraut seinen Eltern davon zu erzählen. Für mich ist das der Beweis, dass sie nicht nur mir, sondern auch vielen anderen ein Vorbild ist.
Von Lia habe ich gelernt, dass es auch schon im sehr jungen Alter wichtig ist, online Verantwortung zu übernehmen. Sie zeigt mir, dass es möglich ist, mutig zu sein, ohne andere fertigzumachen. Gleichzeitig ist es auch wichtig, auf sich selbst zu schauen und wenn eine Diskussion mal zu viel wird oder angefangen wird, sich gegenseitig zu beleidigen, sollte man auch einfach mal das Handy wecklegen und sich nicht überall einmischen.
Ich finde es bewundernswert, wie meine Schwester in so jungen Jahren schon so reif handeln kann. Viele Erwachsene hätten in dieser Situation gezögert oder nichts gesagt. Für mich ist sie deshalb mein digitales Vorbild: Weil sie mir gezeigt hat, wie früh solche Probleme schon auftauchen können und wie reif, auch Kinder, schon handeln können, wenn sie richtig aufgeklärt werden!
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