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Meine Eltern machten mir nicht nur ein schlechtes Gewissen. Sondern mich auch zur guten Sparerin

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Volontärin · BRG Kufstein
04.03.2026
2 Min.

Bei uns zu Hause war Geld nie einfach nur etwas, das man ausgibt. Es war immer mit Gesprächen verbunden. Mit Blicken. Rechtfertigungen. Mit Der Frage, ob es wirklich nötig war. Und genau das hat mich mehr geprägt, als ich lange gedacht habe.

 

Ausgaben waren für mich immer mit Rechtfertigung verbunden (Foto: Shutterstock)

Mit zehn Jahren bekam ich zum ersten Mal Taschengeld: zehn Euro pro Woche. Für mich war das viel Geld. Ich habe die Scheine richtig gern angeschaut, weil sie sich nach Freiheit angefühlt haben. Theoretisch durfte ich selbst entscheiden, was ich damit mache.

Mein ständiger Begleiter: Die Angst vor Rechtfertigung

Praktisch war es schwieriger. Sobald ich mir etwas kaufen wollte, wurde es hinterfragt. Egal, was es war – es wurde oft schlechtgeredet. Ob Bastelsachen, etwas für meine Hobbys oder doch mal etwas aus der Spielwarenabteilung. Besonders dort hätte ich am liebsten alles mitgenommen, weil ich die Sachen von YouTube kannte und unbedingt ausprobieren wollte.

Aber ich wusste, dass es Diskussionen geben würde. Also habe ich mein Geld meistens gar nicht ausgegeben, sondern angespart. Wenn ich doch etwas gekauft habe, hatte ich am Ende immer das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Das hat dazu geführt, dass ich lieber verzichtet habe.

Mehr Geld, aber immer noch Zurückhaltung

Später bekam ich eine Bankkarte und fünfzig Euro im Monat. Seitdem wird mir das Geld überwiesen, mit einem festen Ausgabenlimit. Damit komme ich gut zurecht. Ich gebe mein Geld auch heute noch selten aus und spare viel davon. Nicht, weil ich nichts möchte, sondern weil ich es so gelernt habe.

Ab und zu kaufe ich mir bewusst etwas. Und selbst dann denke ich lange darüber nach. Schon ganz automatisch.

Selbst verdientes Geld

Freitags trainiere ich Kinder im Volleyball. Dafür bekomme ich einen kleinen Beitrag. In den Sommerferien arbeite ich im Krankenhaus, und das mache ich dieses Jahr wieder. Früh aufstehen, mithelfen, Verantwortung übernehmen – das ist anstrengend, aber es fühlt sich gut an. Dieses Geld fühlt sich anders an. Es nur meins, wirklich verdient.

Was ich heute darüber denke

Bei meiner Schwester habe ich gesehen, wie schwer es sein kann, mit Geld umzugehen. Gerade wenn man es nie richtig lernen konnte. Ich glaube, ich habe da etwas mehr Sicherheit. Auch wenn ich nicht denke, dass alles nur an der strengen Erziehung liegt.

Mein Vater ist für mich ein Vorbild, weil er versteht, dass es am Ende mein Geld ist. Ich glaube, ich bin verantwortungsbewusst. Ich spare viel, überlege genau – manchmal vielleicht sogar zu genau. Aber ich weiß, dass ich später selbstständig klarkommen werde. Und das gibt mir ein gutes Gefühl.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen

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