Es ist Frühling, und doch durchströmt mich ein Gefühl, das mich an jene Sommerabende erinnert, nach denen ich mich so sehne. Ich sitze auf einer Wiese im Park, die Hände in die Knie gestützt, und warte auf meine Freunde. Die Luft ist mild, der Himmel färbt sich schon gold-orange, und die Sonne scheint meine Haut sanft zu wärmen. In der Ferne höre ich Kinder lachen, ihre Rufe mischen sich mit dem Rascheln der Blätter im Wind. Ein Schmetterling landet auf einem Grashalm direkt vor mir, zittert leicht mit den Flügeln und verschwindet dann wieder in der Luft, genau dieser flüchtige, kleine Moment macht den Augenblick besonders. Ich atme tief ein, schließe kurz die Augen, und genau dieser Moment ruft all die Sommererinnerungen hervor, die mich so glücklich machen.
Wenn ich den Blick zur untergehenden Sonne hebe, sehe ich dunkle Silhouetten von Menschen am Horizont. Sie stehen da, scheinbar still und doch lebendig, verbunden mit der Erde und dem Moment. Ein Duft weht zu mir herüber, schwer in der Luft, warm und vertraut. Ich kann ihn nicht beschreiben, aber ich erkenne sofort, dass er vom Sommer erzählt, von Wärme, Leben und all den kleinen Momenten, die unvergesslich bleiben. Ein paar Tauben flattern durch das goldene Licht, werfen kurze Schatten auf die Wiese, und für einen winzigen Augenblick scheint die Zeit stillzustehen, als ob alles nur für mich so leuchtet.
Sushi zwischen Pommes und Profiteroles
Später sitze ich in einem Sushi-Restaurant mit Förderband in Klagenfurt. Vor mir ziehen kleine Teller mit Maki und Nigiri vorbei, alles wirkt wie ein bunter Strom aus Reis, Algen und Sojasauce. Plötzlich gleitet etwas völlig Unerwartetes auf dem Band vorbei: eine Portion Pommes, ein Teller Profiteroles, glänzende Schokolade überall. Ich rümpfe die Nase und lache leise. Wie ist das hier gelandet?
Es wirkt fast, als hätte sich diese Mischung aus Fast Food und Dessert in eine Parallelwelt verirrt, und ich darf zusehen, wie sie ihren Weg durch das Sushi-Labyrinth findet. Für einen Moment wird mir klar, dass genau diese kleinen Überraschungen den Alltag so eigenartig und besonders machen, fast wie ein verstecktes Augenzwinkern des Lebens.
Enttäuschendes Nachhilfeerlebnis
Dann erinnere ich mich an mein letztes Nachhilfeerlebnis. Ich sitze im Raum, die Bücher vor mir aufgeschlagen, und warte darauf, dass mir etwas erklärt wird. Doch schon nach wenigen Minuten merke ich: Der Lehrer scheint kaum mehr zu wissen als ich. Statt zu lernen, erkläre ich ihm die Aufgaben, immer wieder, und frage mich, ob ich nicht irgendwann bezahlt werden sollte für diesen Unterricht. Es ist frustrierend und gleichzeitig ein bisschen komisch, wie die Rollen plötzlich vertauscht sind. Ich lehne mich zurück, schaue aus dem Fenster und beobachte die Wolken, die langsam über den Himmel ziehen. Eine einzelne Wolke formt für einen Augenblick die Silhouette eines Tieres, das ich gerade in einem Buch gesehen habe und plötzlich wird selbst dieser langweilige Nachmittag zu einem kleinen, besonderen Moment.
Kommentare