Ich gehe den Weg, von dem viele in meinem Alter träumen. Mein Name ist Fatih Hot, ich bin 16 Jahre alt und Kapitän der U16 des SK Rapid. Fußball spiele ich seit ich drei Jahre alt bin, und weiß seitdem, dass ich ganz nach oben will, um irgendwann vor vollen Stadien mein größtes Hobby auszuleben. Doch Trainings, Spiele, Schule, Freunde und Familie unter einen Hut zu bringen, fordert Verzicht, Disziplin und Fokus.
Viele glauben, dass Jugendspieler in der Schule durch alle Fächer gelassen werden, aber das stimmt nicht. Nach den vielen Trainings am Abend lernte ich oft noch für die Schule und das belastet. Jede Woche Druck durch Tests und Schularbeiten während mein Fokus eigentlich auf etwas anderem lag. Deshalb entschied ich mich gemeinsam mit meiner Familie nach der 5. Klasse für eine Lehre als Sportadministrator. Für die Trainings am Vormittag bekomme ich problemlos frei und kann mich am Abend voll auf die weiteren Einheiten konzentrieren.
Vom Erzrivalen zur besten Akademie Österreichs
Apropos Familie: Ohne meine Familie, wäre mein Weg zum Profi nicht möglich. Sie unterstützen meinen Traum von Anfang an, und das Wichtigste: Sie glauben mindestens genauso stark wie ich an mein Ziel. Viele fragen mich: „Wer ist dein Vorbild?“ Ich antworte nicht Alaba, Messi oder Mbappé, sondern mein Vater. Disziplin, Ehrgeiz und Hartnäckigkeit, all das lerne ich von ihm. Aber noch viel wichtiger: Ich versuche vor jedem Respekt zu haben und Bodenständig zu sein. Wer hochnäsig auftritt, erreicht selten etwas.
Meine Hauptposition ist rechter Außenverteidiger, da ich aber beidbeinig und flexibel bin kann ich auch auf der linken Außenverteidiger Position spielen. Das ist sicher ein großer Vorteil für den Verein bzw. einen Trainer, wenn er einen Kicker hat der auf mehreren Positionen spielen kann. Für mich ist es wichtig so viel wie möglich zu spielen, weil nur so kann ich mich auch weiterentwickeln. Schlussendlich entscheidet der Trainer, auf welcher Position ich spiele. Außerdem gehe ich mit Druck gut um. Ich habe eine sehr gute Technik, kann das Spiel gut lesen und bin Kopfballstark. Meine Karriere startete ich übrigens nicht bei Rapid, sondern beim Erzrivalen Austria Wien. Scouts holten mich später nach Hütteldorf und ich bin überzeugt, dass Rapid eine der besten Akademien hat, wenn nicht sogar die Beste in Österreich.
Burger von McDonald’s und Coca-Cola gehören für mich nicht dazu
Was ist jetzt das Geheimrezept, um Profifußballer zu werden? Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann. In meinem Fall heißt das: Kein Burger vom Mäci und auch kein Coca-Cola. Viele glauben mir nicht, wenn ich es erzähle, aber ich verzichte gerne auf den kurzen Genuss, um langfristig mein Ziel zu erreichen. Es heißt aber auch, immer mehr zu geben als die anderen. Ich nutze jede Minute auf dem Spielfeld. Was außerhalb des Platzes passiert liegt an mir. Aber auf dem Platz braucht es keine Einzelkämpfer, weil Fußball ein Teamsport ist. Ich muss laut sein, ich muss meine Jungs motivieren, pushen. Es ist für mich eine Ehre, Kapitän der U16 SK Rapid zu sein. Wir haben eine richtig gute U16 Mannschaft, jeder einzelne Spieler hat etwas Besonderes. Einen großen Vorteil habe ich bzw. meine Mitspieler auch, dass in der Rapid Akademie alle Trainer erfahren und professionell sind und uns in jeder Sicht unterstützen.
„Der größte Erfolg ist der nächste Tag“
Wenn mich jemand nach meinen größten Erfolgen fragt, finde ich keine einfache Antwort. Ich bin stolz, bei Rapid zu spielen, für die U15 (auch Kapitän), U16 (Future Team) und U17 der österreichischen Nationalmannschaft gespielt zu haben. Trotzdem bleibt der größte Erfolg immer der nächste Tag. Jeden Tag verbessere ich mich, jeden Tag komme ich meinem Ziel einen Schritt näher. Ich stehe erst am Anfang und gebe bis dahin Vollgas.
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der campus a college Redaktion
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