Es ist ein ganz normaler Vormittag am Attersee. Ich bin wie jeden Tag mit meiner Segelgruppe draußen auf dem Wasser, auf der Höhe von Weyregg. Zehn Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, gutes Wetter, wenig Wind. Wir üben gerade Wenden und Halsen, also die Manöver, bei denen das Boot mit dem Bug oder dem Heck durch den Wind dreht. Ein Vormittag wie viele in diesem Sommer.
Der Moment des Absturzes
Dann verändert sich alles in wenigen Sekunden. Ich sitze in meinem Motorboot und gebe einem Kind gerade ein paar Tipps für seine Halse. Da sehe ich hinter ihm, in der Ferne über dem See, das Flugzeug. Es stürzt ins Wasser und geht unter wie ein Stein. Und dann ist da nichts mehr. Keine Maschine, keine Bewegung, nichts. Für einen kurzen Moment denke ich, ich habe mir das eingebildet. Bis wenige Minuten später von allen Seiten Feuerwehr, Polizei und Rettung anrücken.
Was ich vom Wasser aus gesehen habe, deckt sich mit dem, was die Behörden inzwischen bestätigt haben. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 brach der Kontakt zu der Maschine um exakt 11.23 Uhr plötzlich ab. Die zweisitzige Maschine war zuvor in Salzburg gestartet. Laut den Flugaufzeichnungen dürfte es sich um eine Tecnam P2002JF handeln, offiziell bestätigt war der Flugzeugtyp zunächst aber nicht. Auch andere Augenzeuginnen und Augenzeugen berichteten laut ORF Oberösterreich, dass das Flugzeug rasch an Höhe verloren habe und dann in den See gestürzt sei.
Sofort unter Wasser
Das Erschütterndste war, wie schnell danach nichts mehr zu sehen war. Die Maschine versank fast augenblicklich. „Das Flugzeug ist unmittelbar nach dem Aufprall untergegangen", berichtete Gerald Berger, Landesleiter der Wasserrettung Oberösterreich, gegenüber Salzburg24. Der See ist an dieser Stelle, im Bereich des sogenannten Forstamts bei Steinbach, besonders tief. Rund 150 bis 160 Meter geht es dort hinunter, eine der tiefsten Stellen des ganzen Attersees. Genau das macht die Suche so schwierig.
Ein Großeinsatz auf dem See
Innerhalb kürzester Zeit ist der See voller Einsatzkräfte. Eine Stunde lang rücken sie im Halbminutentakt an: Feuerwehr, Rettung, Polizei, die Wasserrettung, dazu mehrere Hubschrauber. In Weyregg heult die Feuerwehrsirene. Die Einsatzkräfte bringen sogar mobile Feuerwehrboote auf den See, bauen eine schwimmende Plattform auf, auch Taucher sind im Einsatz.
Nach Informationen der Oberösterreichischen Nachrichten rückten die Feuerwehren aus Steinbach, Unterach, Seewalchen, Mondsee, Traunkirchen und Vöcklabruck aus, dazu die Wasserrettung, die Polizei, das Rote Kreuz und ein Rettungshubschrauber. Walter Höllermann, Kommandant der Feuerwehr Unterach, berichtete, dass auf dem See Ölsperren errichtet wurden. Für die Suche in der Tiefe wurden zwei Tauchroboter und ein Schleppsonar angefordert. Ein erstes Sonargerät ortete in großer Tiefe bereits Gegenstände, ob diese zum Flugzeug gehören, war zunächst aber nicht bestätigt.
Bange Suche nach der Besatzung
Am Nachmittag war das Wichtigste noch immer offen: das Schicksal der beiden Menschen an Bord. Vom Flugzeug und der Besatzung war nach dem Absturz nichts mehr zu sehen, die Suche lief mit Hochdruck weiter. Andere Personen auf dem See, etwa Boote oder Schwimmer, wurden laut Polizei nicht in Mitleidenschaft gezogen. Wie es zu dem Absturz kommen konnte, war zunächst völlig unklar. Die Bergung des Wracks aus 150 Metern Tiefe dürfte laut Einsatzleitung noch mehrere Tage dauern.
Zurück am Ufer
Für uns auf dem Wasser geht der Vormittag zunächst fast normal weiter. Wir wissen ja nicht, was wirklich passiert ist. Wir üben weiter, während im Hintergrund die Suche anläuft. Erst in der Mittagspause sehen wir in den Nachrichten, was sich in der Ferne abgespielt hat, damals noch sehr ungenau. Aus einem ganz normalen Segeltag am Attersee war da längst etwas anderes geworden.
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