Der Wohnwagen steht noch nicht ganz gerade, das Vorzelt ist erst zur Hälfte aufgebaut und überall liegen Taschen herum. Trotzdem dauert es meistens nicht lange, bis wir die ersten bekannten Stimmen hören: „Seid ihr endlich da?“ Für mich ist das das eigentliche Zeichen, dass der Urlaub begonnen hat.
Jedes Jahr zu Pfingsten fahren wir für eine Woche mit unserem Wohnwagen nach Podersdorf am Neusiedler See. Das machen wir schon so lange, dass Pfingsten für mich automatisch mit Podersdorf verbunden ist. Dort treffen wir jedes Jahr dieselben Freunde, die ebenfalls mit ihren Wohnwagen kommen. Nach dem Ankommen werden Sachen ausgepackt, das Vorzelt aufgebaut und erzählt, was seit dem vergangenen Jahr alles passiert ist. Danach kann die Woche beginnen.
Obwohl wir vieles jedes Jahr ähnlich machen, wird mir dort eigentlich nie langweilig. Im Gegenteil: Gerade auf die Dinge, die sich wiederholen, freue ich mich jedes Jahr aufs Neue.
Bei uns wird es selten langweilig
Eine Woche lang nur am See liegen? Das wäre bei uns wahrscheinlich gar nicht möglich. Wir sind eigentlich ständig unterwegs oder machen irgendeinen Sport. Wenn der Wind passt, geht es zum Windsurfen. Das macht besonders Spaß, wenn mehrere von uns aufs Wasser gehen. Natürlich sieht es bei manchen leichter aus, als es tatsächlich ist. Gerade am Anfang kann es schon einmal passieren, dass ich unfreiwillig im Wasser lande.
Wenn wir keine Lust auf Windsurfen haben, wird Volleyball oder Fußball gespielt. Aus einem harmlosen „Spielen wir kurz eine Runde?“ wird dabei ziemlich schnell ein ernsthaftes Match. Besonders lustig wird es, wenn sich zwei Teams bilden und plötzlich jeder unbedingt gewinnen will. Nach zehn Minuten diskutieren wir darüber, ob der Ball noch im Feld war, obwohl es eigentlich um gar nichts geht.
Auch Badminton und Spikeball gehören zu unserem Urlaub. Bei Spikeball geht es meistens ziemlich chaotisch zu: Der Ball fliegt in alle Richtungen, jemand versucht noch irgendwie dranzukommen und am Ende lachen sowieso alle gemeinsam. Genau solche Situationen machen die Tage in Podersdorf für mich aus.
Raus auf den See
Wenn wir genug vom Spielen an Land haben, geht es aufs Wasser. Kajakfahren und Stand Up Paddling gehören dabei zu meinen persönlichen Favoriten. Ich sitze oder stehe mitten auf dem See, paddle ein bisschen herum und kann die Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive sehen.
Natürlich darf auch das Schwimmen nicht fehlen. Nach einem langen Tag mit Sport gibt es für mich eigentlich nichts Besseres, als einfach ins Wasser zu gehen. Und wenn wir danach wieder zum Campingplatz kommen, ist meistens schon die nächste Aktivität geplant.
Auch mit dem Fahrrad sind wir oft unterwegs. In und rund um Podersdorf gibt es viele Wege, auf denen wir entspannt fahren können. Manchmal fahren wir einfach los, ohne ein genaues Ziel zu haben. Irgendwann machen wir irgendwo Pause, holen uns etwas zu essen oder ein Eis und fahren anschließend wieder zurück.
Die Abende sind oft die besten
Nach einem Tag, an dem wir stundenlang Windsurfen, Fußball oder Volleyball gespielt haben, sitzen wir vor den Wohnwagen zusammen. Jeder erzählt, was tagsüber passiert ist, und irgendjemand hat natürlich wieder eine Geschichte zu erzählen, bei der die anderen etwas zu lachen haben.
Manchmal spielen wir noch eine Runde Karten oder sitzen einfach nur zusammen. Dabei vergeht die Zeit unglaublich schnell. Ich schaue kurz auf die Uhr und plötzlich ist es schon spät am Abend.
Einmal wollten wir nach einem langen Tag eigentlich alle früh schlafen gehen. Dann kam jemand mit dem Vorschlag, noch „eine einzige Runde“ Poker zu spielen. Aus dieser einen Runde wurden mehrere. Am Ende war niemand mehr wirklich müde, sondern alle waren mit vollstem Fokus beim Spiel. Genau solche Abende bleiben mir in Erinnerung.
Der See gehört einfach dazu
Natürlich wäre Podersdorf ohne den Neusiedler See nicht dasselbe. Der See ist eigentlich immer irgendwie präsent.
Besonders schön finde ich ihn am Abend. Wenn weniger los ist und die Sonne langsam untergeht, sieht alles plötzlich ganz anders aus. Dann wird es ruhiger und ich merke erst, wie schön die Umgebung eigentlich ist.
Für mich gehört es deshalb fast schon dazu, irgendwann während des Urlaubs am Abend noch zum See zu gehen. Nach einem ganzen Tag voller Aktivitäten einfach dort zu stehen und auf das Wasser zu schauen, ist ein wirklich guter Abschluss für den Tag.
Warum ich immer wieder nach Podersdorf möchte
Was Podersdorf für mich wirklich besonders macht, ist die Kombination aus allem: meine Familie, unsere Freunde, der Wohnwagen, der See, der Sport und vor allem die Tradition, jedes Jahr wiederzukommen.
Ich weiß schon lange vor Pfingsten, dass es wieder nach Podersdorf geht, und trotzdem freue ich mich jedes Mal darauf. Es fühlt sich ein bisschen wie ein jährliches Klassentreffen an, nur dass wir dabei eine Woche Urlaub machen.
Ich glaube, genau deshalb sollte man Podersdorf kennenlernen. Man kann dort surfen, Kajak fahren, Rad fahren, Volleyball spielen oder einfach am See liegen. Aber mindestens genauso wichtig ist die Atmosphäre. Man ist draußen, trifft Leute, verbringt viel Zeit miteinander und ist einmal eine Woche lang nicht mit dem normalen Alltag beschäftigt.
Für mich ist Podersdorf deshalb mehr als nur ein Urlaubsort. Es ist wie meine zweite Heimat. Solange wir jedes Jahr unseren Wohnwagen dorthin stellen und unsere Freunde wieder treffen, wird diese eine Woche wahrscheinlich immer zu meinen liebsten Wochen im Jahr gehören.
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