Mein Leben mit Diabetes und warum ich trotzdem Schokolade esse

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Volontärin · GRG10 Laaerberg Gymnasium
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06.04.2026
3 Min.

Essen ist für mich nicht nur etwas, um satt zu werden, sondern hat auch großen Einfluss darauf, wie ich mich körperlich und emotional fühle. In meinem Alltag habe ich gemerkt, dass verschiedene Lebensmittel mein Wohlbefinden ganz unterschiedlich beeinflussen.

Schokolade ist für mich eine Art Belohnung. Gut tut sie mir aber nicht. (Foto: pixabay)

Es ist wieder passiert. Ich sitze nach dem Essen gemütlich auf der Couch, mein Teller ist leer, und eigentlich müsste ich noch etwas erledigen. Stattdessen merke ich, wie mein Körper reagiert. Mein Bauch fühlt sich schwer an, meine Augen werden müde, und mir fehlt die Energie, um aufzustehen. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie sehr Essen meine Stimmung und meinen Körper beeinflusst.

Wenn ich mich nach dem Essen nicht gut fühle

Es gibt Tage, an denen ich zu etwas Schnellem oder eher Ungesundem greife, zum Beispiel fettigem Essen oder vielen Kohlenhydraten auf einmal. Danach fühle ich mich oft träge und schwer. Mein Bauch ist voll, aber es fühlt sich nicht angenehm an, eher so, als wäre alles zu viel. Ich werde müde, meine Augen werden schwer, und mir fehlt die Motivation, noch etwas zu tun.

Manchmal werde ich innerlich unruhig oder leicht gereizt, besonders wenn ich noch etwas erledigen sollte. Dann denke ich oft: „Warum habe ich das jetzt gegessen?“ Trotzdem entscheide ich mich in solchen Momenten häufig dafür, weil es schnell geht oder gut schmeckt.

Mein Leben mit Diabetes und Blutdruck

Mein Körper reagiert auf Zucker und schwere Mahlzeiten besonders stark, vermutlich auch wegen meines Diabetes Typ 2 und meines Bluthochdrucks. Wenn ich viel Zucker esse, zum Beispiel nach dem Essen noch Schokolade, fühle ich mich zuerst zufrieden. Ohne etwas Süßes habe ich oft das Gefühl, nicht richtig satt zu sein.

Nach einer Weile merke ich jedoch, dass mein Körper anders reagiert: Ich werde müde, manchmal spüre ich Zittern oder innere Unruhe. Es fühlt sich wie ein unangenehmes Auf und Ab an, und ich vermute, dass mein Blutzucker zuerst stark ansteigt und dann schnell wieder fällt.

Warum ich trotzdem oft zu Schokolade greife

Auch wenn ich weiß, dass es mir nicht immer guttut, esse ich nach dem Essen oft Schokolade. Für mich ist das ein Gefühl von Belohnung oder Abschluss. Nach einem langen Tag gibt mir das kurz ein gutes Gefühl, fast so, als würde ich mir selbst etwas Gutes tun. Emotional fühlt es sich richtig an, auch wenn mein Körper später anders reagiert.

Es gibt aber auch Situationen, in denen ich merke, dass mir Essen wirklich gut bekommt. Wenn ich mir Zeit nehme und etwas Einfaches esse, zum Beispiel Gemüse und Eiweiß und nicht zu viel auf einmal, fühle ich mich danach stabiler. Ich bin angenehm satt, mein Kopf bleibt klar, und ich habe mehr Energie.

Besonders gut geht es mir, wenn ich regelmäßig esse und nicht zu lange warte, bis ich großen Hunger habe. Dann treffe ich oft bessere Entscheidungen, und mein Körper reagiert ruhiger.

Mein Umgang damit im Alltag

Ich versuche inzwischen, bewusster zu essen, auch wenn es nicht immer gelingt. Mir ist klar geworden, dass es nicht nur darum geht, satt zu sein, sondern sich danach auch gut zu fühlen. Manchmal reduziere ich die Schokolade oder ersetze sie durch etwas anderes, ganz darauf zu verzichten fällt mir jedoch schwer.

Für mich ist es ein Prozess. Ich lerne noch, besser auf meinen Körper zu hören und einen Weg zu finden, der zu mir passt, ohne das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.


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