Mein Garten

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12.01.2026
1 Min.
Ich sagte, ich nehme meine Buchstaben und pflanze sie in meinen Wortschatzgarten. (Foto: cocoparisienne auf Pixabay)

Wohin des Weges, Wanderer?

Hat mich ein Mann gefragt

Bewaffnet mit Hacke und Spaten

Ich sagte, ich nehme meine Buchstaben

Und pflanze sie in meinen Wortschatzgarten  

Ich pflege jede kleine Blume  

Die dort wächst und gedeiht

Ich jäte jeden Tag das Unkraut

Ob es regnet, stürmt oder schneit

Entdecken wird ihn niemals jemand

Diesen großen, grünen Garten

Auf den Buchseiten der Welt

Ist er nur Buchstabensalat

Doch wenn man kurz den Kopf verdreht

Und ein wenig überlegt

Und die vielen kleinen Zeilen und die Sätze aneinanderlegt

Dann könnte man sich wunderschöne, seitenlange Verse bau’n

Und daraus Geschichten.

Und sind die Pflanzen meines Gartens

Auch geächtet und gemieden

Wächst aus jenen grünen Trieben

Ein Gedicht, wenn man nur wartet

Und wer denkt, dass ohne warten

Hohe Kunst gedeihen kann

Fängt am besten selber an

Und pflanzt den eigenen Garten

Gießkanne - nicht zu viel

Man kann die Pflanzen übergießen

Und dann würd’ das Wasser fließen

Über jenen schwachen Stiel

Und die Blume wäre tot.

Und die Tinte fließt ganz traurig aufs Papier.

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