Wohin des Weges, Wanderer?
Hat mich ein Mann gefragt
Bewaffnet mit Hacke und Spaten
Ich sagte, ich nehme meine Buchstaben
Und pflanze sie in meinen Wortschatzgarten
Ich pflege jede kleine Blume
Die dort wächst und gedeiht
Ich jäte jeden Tag das Unkraut
Ob es regnet, stürmt oder schneit
Entdecken wird ihn niemals jemand
Diesen großen, grünen Garten
Auf den Buchseiten der Welt
Ist er nur Buchstabensalat
Doch wenn man kurz den Kopf verdreht
Und ein wenig überlegt
Und die vielen kleinen Zeilen und die Sätze aneinanderlegt
Dann könnte man sich wunderschöne, seitenlange Verse bau’n
Und daraus Geschichten.
Und sind die Pflanzen meines Gartens
Auch geächtet und gemieden
Wächst aus jenen grünen Trieben
Ein Gedicht, wenn man nur wartet
Und wer denkt, dass ohne warten
Hohe Kunst gedeihen kann
Fängt am besten selber an
Und pflanzt den eigenen Garten
Gießkanne - nicht zu viel
Man kann die Pflanzen übergießen
Und dann würd’ das Wasser fließen
Über jenen schwachen Stiel
Und die Blume wäre tot.
Und die Tinte fließt ganz traurig aufs Papier.
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