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Überbezahlt? Der wahre Preis des Profisports

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Volontärin · AHS Theodor Kramer Straße
1 Kommentar
10.04.2026
3 Min.
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Während Spitzenfußballer wie Cristiano Ronaldo Millionen verdienen, kämpfen andere jahrelang für einen gut bezahlten Beruf. Doch hinter dem scheinbar „einfachen“ Leben im Profisport steckt ein harter Weg voller Druck, Risiko und kurzer Karrieren. Die Frage bleibt: Ist dieses System wirklich gerecht oder völlig aus dem Gleichgewicht geraten?

Ob aus ihm ein Profisportler wird, ist ungewiss. Dennoch riskiert er alles. (Foto: Pixabay)

„Warum sollte ich jahrelang studieren, um als Arzt weniger zu verdienen als ein Sportler wie Cristiano Ronaldo, der sein Leben lang einem Ball hinterherläuft? Wenn der das kann, kann ich es auch!“ So denken zahlreiche Jugendliche.

Immer mehr Menschen verlieren die Motivation, „klassische“ Berufe zu ergreifen, während Profisportler wie Ronaldo Millionen Euro pro Jahr verdienen. Andere investieren viele Jahre in ihre Ausbildung, um am Ende nur einen Bruchteil des erwarteten Gehalts zu erhalten. Dabei wird oft vergessen, wie lang und anspruchsvoll der Weg zum Erfolg tatsächlich ist.

Der lange Weg hinter dem schnellen Erfolg

Schon im Kindesalter trainieren angehende Profisportler täglich, um ihre Leistung zu perfektionieren. Dieses ständige Streben nach Erfolg kann jedoch auch schwere Folgen haben. Während einige mit Lob und Anerkennung überhäuft werden, geraten andere in eine tiefe, anhaltende Spirale aus Angst und Leistungsdruck. Studien zeigen, dass rund 20 % der Nachwuchsathleten eine höhere Depressionsrate aufweisen als gleichaltrige Jugendliche. Man könnte meinen, dass die wenigen, die den Sprung in den Profisport schaffen, davon verschont bleiben, doch genau dort beginnt der nächste Druck: Leistung muss ständig abgerufen werden, sonst ist die Karriere schnell vorbei.

Zudem ist die Laufbahn von Profisportlern meist kurz, da die körperliche Belastung ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringt. Eishockeyspieler haben im Durchschnitt eine Karriere von etwa sechs Jahren, American-Football-Spieler in der NFL sogar nur rund 3,5 Jahre. Daraus ergibt sich die Frage: Lohnt es sich, die gesamte Kindheit zu „opfern“, nur um für wenige Jahre den Traum vom Profisport zu leben?

Selbst wenn eine Karriere ohne größere Verletzungen verläuft, endet sie häufig bereits mit Mitte dreißig. Jüngere, leistungsfähigere Athletinnen und Athleten rücken nach und ersetzen die ältere Generation.

Und was kommt danach? Das bisherige Leben war vollständig auf den Sport ausgerichtet, und nur wenige haben genug verdient, um finanziell abgesichert zu sein. Eine neue berufliche Orientierung ist oft schwierig, da eine klassische Ausbildung meist fehlt.

Aber wen interessieren die Probleme von Profisportlern?

Im Internet werden die Sorgen von Berühmtheiten häufig thematisiert, doch wirklich interessieren sich dafür meist nur ihre Fans. Sollte der Fokus wirklich auf diesen Problemen liegen oder nicht vielmehr auf den globalen Krisen unserer Zeit, etwa Kriegen und humanitären Katastrophen?

Ein weiterer Aspekt betrifft die Arbeitszeit: Eine durchschnittliche Person arbeitet etwa 40 Wochenstunden, während Spitzensportler während der Saison auf rund 58 Stunden kommen. Zwar arbeiten Profisportler mehr, verdienen jedoch auch deutlich mehr als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Österreich, der rund 43.000 € pro Jahr verdient. Ein Leistungssportler kommt im Schnitt auf etwa 1,1 Millionen Euro jährlich.

Die oben genannten Probleme finden sich jedoch in vielen gesellschaftlichen Bereichen wieder. Rund 21,6 % der österreichischen Bevölkerung leiden unter Depressionen, etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler berichtet von starkem Leistungsdruck und Zukunftsängsten, und 54 % der Erwachsenen nennen die Arbeit als größten Stressfaktor.

Laut einer internationalen Studie leiden zudem 7,7 % bis 93 % der Ärzte an psychischen Belastungen wie Depressionen, Burn-out oder starkem Stress, bei einem durchschnittlichen Einkommen von etwa 94.000 € pro Jahr. Und dennoch sollen wir uns vor allem über die Probleme von Sportlern Gedanken machen? Menschen sind letztlich oft stark auf sich selbst fokussiert, die Probleme anderer geraten schnell in den Hintergrund.

Um ein Meinungsbild zu erheben, wurden 25 Passant*innen zum Thema „Bezahlung von Profisportlern“ befragt. Fünf Personen wollten sich dazu nicht äußern, während die übrigen 20, jeweils zehn Frauen und zehn Männer, klare Antworten gaben: Zwei Frauen und sechs Männer hielten die Gehälter von Spitzensportlern für gerechtfertigt. Die übrigen acht Frauen und vier Männer äußerten Unzufriedenheit über die Höhe der Einkommen.

Nicht jeder kann einem Ball hinterherjagen und zum Millionär werden. Profisportler durchlaufen einen langen, körperlich wie psychisch belastenden Weg mit starker Konkurrenz. Letztlich stellt sich die Frage, ob kurzfristiger Ruhm wichtiger ist als langfristige Sicherheit und Lebensqualität. Jeder sollte seine Träume verfolgen, aber nicht blind, sondern mit Vernunft und einem Plan für die Zukunft.



Kommentare

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    am 11.04.2026 Alexandra Piačkova
    ich finde diesen Artikel sehr interessant, da ich vieles nicht gewusst habe. ich habe manches neu dazu gelernt und finde gut dass man über so etwas schreibt!