Mehr als 70.000 Betroffene in Österreich: Warum ich ME CFS erforschen möchte

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Volontärin · HAK1 Klagenfurt - Handelsakademie & Handelsschule
21.03.2026
2 Min.

Der Tod des 21-jährigen Samuel hat mich erschüttert und wachgerüttelt. Viele ME/CFS-Patienten leiden jahrelang unter starken Schmerzen und werden oft nicht ernst genommen. Ich möchte dazu beitragen, dass diese Krankheit besser verstanden und behandelt wird.

 

Das Schicksal mancher Menschen ist grausam. (Foto: shutterstock)

Mehr als 70.000 Menschen in Österreich leiden an ME/CFS (myalgische Enzephalomyelitis), auch bekannt als Chronisches Fatigue-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine schwere, oft zu körperlicher Behinderung führende neuroimmunologische Multisystemerkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch extreme, anhaltende Erschöpfung (Fatigue) sowie durch die sogenannte post-exertionelle Malaise (PEM), also eine drastische Verschlechterung der Symptome nach bereits geringer Anstrengung.

Zum ersten Mal bin ich durch den „Fall Samuel“ darauf aufmerksam geworden. Samuel war kein Freund von mir, sondern ein junger Betroffener, über den in den Medien berichtet wurde. Er litt an ME/CFS, und sein Schicksal hat mir gezeigt, wie grausam diese Krankheit sein kann.

Die Vorstellung, dass ein junger Mensch durch eine Krankheit so stark aus dem Leben gerissen wird, obwohl er noch seine ganze Zukunft vor sich hatte, hat mich erschüttert. Genau dieser Moment hat in mir den Wunsch ausgelöst, mich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen.

Zerstörerische Krankheit

Ich würde gerne zu ME/CFS forschen, weil diese Krankheit für viele Menschen noch immer zu wenig sichtbar ist, obwohl sie das ganze Leben zerstören kann. Betroffene sind nicht einfach nur müde. Viele leiden unter extremen Schmerzen, totaler Erschöpfung, starker Reizempfindlichkeit und Konzentrationsproblemen. Schon kleine Dinge wie Duschen, Aufstehen oder ein kurzes Gespräch können zu viel sein. Manche können ihr Zimmer kaum noch verlassen, andere liegen sogar in abgedunkelten Räumen, weil Licht und Geräusche unerträglich werden.

Mich bewegt besonders, dass viele Betroffene lange leiden und oft nicht ernst genommen werden. Sie verlieren nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihren Alltag, soziale Kontakte und oft ihre Hoffnung. Ich würde versuchen, gemeinsam mit einem Team die Ursachen von ME/CFS besser zu verstehen und wirksame Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Genauso wichtig wäre mir, dass Ärztinnen und Ärzte früher erkennen, wie schwer diese Krankheit ist.

Gerade weil mich dieses Thema so stark berührt, kann ich mir gut vorstellen, später Medizin zu studieren. Ich möchte nicht wegschauen, sondern an Lösungen mitarbeiten. In Zukunft könnte Forschung dazu beitragen, dass Betroffene nicht mehr jahrelang leiden müssen, ohne Hilfe zu bekommen. Mein Ziel wäre es, Menschen mit ME/CFS Hoffnung, Würde und ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Medizinische Universität Graz.

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