Fast jedes Mal, wenn Kylian Mbappé zum Sprint ansetzte, lief ein Zeichen mit: der Nike-Swoosh auf seinen Schuhen. Er war schon mit der US-Marke verbunden, als er noch ein neunjähriges Nachwuchstalent war. Rund 20 Jahre später verschwindet dieses vertraute Logo nun von seinen Füßen.
Am 18. September wurde bekannt, dass Mbappé Nike verlässt und zur Schweizer Sportmarke On wechselt. Das ist nicht bloß ein neuer Werbevertrag. Für On ist es der bisher größte Schritt in eine Sportart, in der Nike, Adidas und Puma seit Jahrzehnten den Ton angeben.
Eine Laufmarke will auf den Fußballplatz
On wurde 2010 gegründet und ist vor allem für Laufschuhe bekannt. Später stieg die Marke stärker in den Tennissport ein. Zu ihren bekanntesten Partnern gehört Roger Federer, der auch an dem Unternehmen beteiligt ist.
Nun soll Fußball folgen. On plant für 2027 die ersten regulär erhältlichen Fußballschuhe und weitere Fußballprodukte. Der frühere französische Weltmeister Thierry Henry übernimmt als „Director of Football“ eine führende Rolle beim Aufbau des neuen Bereichs. Auch die Schweizer Nationalspielerin Sydney Schertenleib ist an dem Projekt beteiligt.
Mbappé soll dabei nicht nur Werbung machen, sondern mit den Entwicklerinnen und Entwicklern an Produkten arbeiten. „From the beginning, what drew me to On was the opportunity to build something completely new together“, erklärte er laut Reuters. Ihn habe also die Möglichkeit gereizt, gemeinsam etwas völlig Neues aufzubauen.
Mbappé bekommt nicht nur Geld
Wie viel der Vertrag wert ist, wurde nicht veröffentlicht. On bestätigte laut Reuters jedoch, dass die Vereinbarung aus Geld und Unternehmensanteilen besteht. Mbappé wird damit nicht nur für Fotos und Werbespots bezahlt: Wenn die Firma erfolgreicher wird und ihr Wert steigt, kann auch sein Anteil wertvoller werden.
Gerade für junge Fans ist das wichtig. Wenn ein Weltstar seine Schuhe wechselt, geht es nicht nur darum, welche Stollen er beim nächsten Spiel trägt. Seine Entscheidung kann beeinflussen, welche Marke Jugendliche im Geschäft ausprobieren, in Videos suchen oder auf ihre Wunschliste setzen. On kauft sich mit Mbappé also nicht einfach Reichweite, sondern Glaubwürdigkeit im Fußball.
Ein schmerzhafter Abgang für Nike
Für Nike ist der Wechsel auffällig. Mbappé war über Jahre eines der wichtigsten Gesichter der Marke im Fußball. Zuvor wechselte bereits Lamine Yamal zu Adidas. Trotzdem sollte man den Abgang nicht mit einem Zusammenbruch von Nike verwechseln: Das Unternehmen stattet weiterhin Stars wie Erling Haaland und Vinícius Júnior aus und bleibt auch Partner der französischen Nationalmannschaft.
Ob On im Fußball wirklich mit den großen Marken mithalten kann, entscheidet sich deshalb nicht bei der Vertragsunterschrift. Die Schuhe müssen Profis überzeugen, im Handel erhältlich sein und für normale Spielerinnen und Spieler bezahlbar bleiben. Ein berühmtes Gesicht bringt Aufmerksamkeit – aber es schießt noch keine Tore.
Beim nächsten Spiel werden deshalb viele nicht nur auf Mbappés Ballkontakte achten, sondern auch nach unten schauen. Dort beginnt für On ein Milliardenspiel auf wenigen Zentimetern Rasen.
Kommentare