Maturantin: „Zerbrecht euch nicht den Kopf, es juckt keinen“

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Volontärin · HAK HAS Wörgl
07.05.2026
3 Min.

Meine Freundin hat die Matura hinter sich. Ihre entspannte Einstellung hat mich zum Nachdenken gebracht.

Die Matura ist leichter und entspannter als viele denken. (Foto: meins)

Wir sitzen zusammen, und ich frage sie, wie es war. Sie lehnt sich zurück, überlegt kurz und sagt: „Zerbrecht euch nicht den Kopf, es juckt keinen.“ Ich schaue sie an. Kein bisschen Ironie, kein Lächeln. Sie meint es ernst.

Und ich glaube ihr.

Die, die immer gelernt hat

Sie gehört nicht zu denen, die zwei Monate vor der Matura plötzlich in Panik verfallen. Lernen war für sie nie ein Ausnahmezustand, sondern einfach normal. Schon Jahre davor hat sie sich hingesetzt, Dinge wiederholt und Stoff nachgearbeitet. Spanisch und Biologie, ihre zwei großen Fächer, kannte sie in- und auswendig. Nicht, weil jemand sie dazu gezwungen hätte, sondern weil sie es selbst wollte. Weil es ihr lag.

Die Wochen davor

Ich habe sie in dieser Zeit begleitet. Wir haben geredet, ich habe ihr zugehört und sie aufgemuntert, wenn es doch einmal zäh wurde. Denn auch sie, die immer so ruhig wirkt, hatte ihre Momente. Kurz vor den Prüfungen war eine leichte Nervosität spürbar. Nicht die große Panik, die andere gelähmt hat, sondern eher dieses leise Kribbeln, das zeigt, dass einem etwas wichtig ist. Sie hat daraus nie ein Drama gemacht. Sie hat es einfach zugelassen und ist weitergegangen.

Was mich beeindruckt hat: Während um sie herum alle von Schlafmangel, Lernmarathons und Zusammenbrüchen erzählt haben, hat sie geschlafen, gegessen und gelernt. Ganz normal. Als wäre die Matura einfach eine weitere Aufgabe im Leben und keine Katastrophe.

Kleiner als erwartet

Was sie wirklich überrascht hat: Die Matura war nicht das Monster, als das sie oft beschrieben wird. Sie war machbar. Überschaubar. Spanisch, das Fach, das sie am meisten begleitet hat, lief gut. Biologie ebenfalls. Ehrlich gesagt hatte sie mehr Druck und mehr Chaos erwartet. Stattdessen war es fast ruhig. Während andere zitterten, hat sie einfach geschrieben.

Natürlich war die Matura nicht nichts. Aber sie war auch nicht das Ende der Welt, als das sie viele darstellen.

Ein Satz, der alles sagt

„Zerbrecht euch nicht den Kopf, es juckt keinen.“ Dieser eine Satz hat sich in meinem Kopf festgesetzt. Vielleicht, weil er so ehrlich ist. Weil sonst kaum jemand so offen darüber spricht. Viele sagen, wie wichtig die Matura ist, wie viel davon abhängt und wie sehr man sich anstrengen muss. Und dann kommt sie und sagt einfach: Wichtig ist, dass du bestehst. Mehr nicht.

Kein Drama. Keine Übertreibung. Einfach ihre Wahrheit.

Was ich daraus mitnehme

Ich denke an meine zwei Freundinnen. Die eine hat sich durchgekämpft, ohne je wirklich viel gelernt zu haben. Die andere war vorbereitet, ruhig und trotzdem menschlich genug, um kurz nervös zu sein. Beide haben bestanden. Beide stehen jetzt auf der anderen Seite.

Und ich? Ich stehe noch am Anfang. Zwei Jahre liegen noch vor mir. Aber ich nehme etwas aus diesen Gesprächen mit: Dass Vorbereitung mehr wert ist als Panik. Dass Nervosität normal ist und kein Zeichen von Schwäche. Und dass man am Ende nicht daran gemessen wird, wie viele Nächte man durchgelernt hat, sondern daran, dass man es geschafft hat.

In zwei Jahren werde ich an sie denken. An ihre Ruhe und an ihren Satz. Und ich werde versuchen, ein bisschen mehr so zu sein wie sie.

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