Seit dem letzten Winter gehe ich mit meinem Papa ins Fitnessstudio. Am Anfang war es ehrlich gesagt komisch. Überall standen große Leute mit riesigen Muskeln und ich wusste nicht einmal genau, wie manche Geräte funktionieren. Mein Papa musste mir oft zeigen, wie man etwas richtig macht. Manchmal hatte ich auch gar keine Lust hinzugehen, besonders wenn draußen kalt war und ich lieber zuhause geblieben wäre.
Aber irgendwie sind wir trotzdem fast jede Woche gegangen.
Am Anfang habe ich fast keinen Unterschied gemerkt. Ich dachte sogar manchmal: „Bringt das überhaupt etwas?“ Beim Trockentraining für Eishockey war ich oft einer von denen, die schneller müde wurden. Vor allem bei Übungen für Beine oder Ausdauer. Manche aus meinem Team wirkten viel stärker oder schneller als ich.
Doch irgendwann ist mir etwas aufgefallen.
Kleine Veränderungen merkt man zuerst gar nicht
Im Sommer haben wir statt normalem Eishockey mehr Trockentraining gemacht. Früher habe ich solche Trainings manchmal gehasst, weil sie so anstrengend waren. Dieses Jahr war es plötzlich anders. Ich konnte länger durchhalten. Bei Sprints war ich schneller. Bei Übungen mit Sprüngen oder Liegestützen war ich nicht mehr hinten dabei.
Und das Verrückte ist: Ich habe gar nicht gemerkt, wann genau das passiert ist.
Es war nicht so wie in Filmen, wo jemand plötzlich stark wird und alle staunen. Es kam langsam. So langsam, dass ich es erst bemerkt habe, als andere aus meinem Team gesagt haben: „Boah, du bist richtig gut geworden.“
Das hat mich irgendwie stolz gemacht.
Was ich daran interessant finde
Ich habe beobachtet, dass Fortschritt oft passiert, ohne dass man es sofort merkt. Man denkt jeden Tag, man ist gleich wie gestern. Aber wenn man etwas lange genug macht, verändert man sich trotzdem.
Vielleicht ist das bei vielen Dingen so und nicht nur beim Sport.
Zum Beispiel beim Lernen oder bei Freundschaften. Man merkt kleine Veränderungen erst viel später. Und manchmal will man zu schnell Ergebnisse sehen und gibt vorher auf.
Wenn ich jetzt im Gym bin, denke ich manchmal daran zurück, wie ich am Anfang kaum wusste, was ich tun soll. Jetzt kenne ich viele Übungen schon auswendig. Mein Papa muss mir fast nichts mehr erklären.
Etwas, das ich nicht erwartet habe
Früher dachte ich, Fitnessstudio wäre nur dafür da, Muskeln zu bekommen. Aber eigentlich passiert auch etwas im Kopf. Man lernt, durchzuhalten, auch wenn man keine Lust hat. Oder weiterzumachen, obwohl man noch nicht gut ist.
Das finde ich mittlerweile fast wichtiger als die Muskeln.
Und ich finde es irgendwie cool, dass ich das zusammen mit meinem Papa angefangen habe. Weil wir dadurch auch mehr Zeit zusammen verbringen. Im Auto nach dem Training reden wir oft über Eishockey oder Schule oder einfach irgendeinen Blödsinn.
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