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Investitionen ins Bildungssystem: Wohin fließt das Geld der Steuerzahler?

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10.03.2026
2 Min.

In kaum einem anderen Land sind die Steuern so hoch wie in Österreich. Viele empfinden die Abzüge am Lohnzettel als Belastung. Gleichzeitig finanzieren diese Steuern ein Bildungssystem, das allen offensteht. Doch wohin fließt dieses Geld eigentlich genau?

Laut Studien zählt Österreich in einem EU-Vergleich zu einem der Länder mit den höchsten Ausgaben pro Schüler. (Foto: Frank van Hulst (Unsplash))

Seit der Einführung der Schulpflicht hat sich unser Bildungssystem stark geändert. Im 18. Jahrhundert mussten für die anfallenden Kosten die Eltern aufkommen, was dazu führte, dass viele Kinder trotzdem arbeiten mussten. Obwohl der Staat im 19. Jahrhundert schon den Großteil der anfallenden Kosten übernahm, blieb das System trotzdem stark unterfinanziert. Erst im Laufe der 1970er Jahre, unter Kreisky, wurde massiv in Schulgebäude und Bildungseinrichtungen investiert. Materialien wie Schulbücher wurden kostenlos und auch die Schülerfreifahrt, also der kostenlose beziehungsweise vergünstigte Transport in die Schule, wurde eingeführt.

Wie viel Geld in das Bildungssystem fließt

Derzeit werden etwa 130 Millionen Euro in kostenlose Schulbücher investiert. Damit werden für rund 1,1 Millionen Lernende jährlich etwa 8,2 bis 9 Millionen Schulbücher bezahlt. Noch dazu fließen jedes Jahr über 500 Millionen Euro in die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt.

Des Weiteren erhält jedes Kind zwischen 6 und 15 Jahren ein „Schulstartgeld“, das laut aktuellem Stand 121 Euro beträgt. Durch eine finanzielle Schulbeihilfe und Fahrtenbeihilfe von bis zu 2000 Euro werden außerdem bedürftige Familien unterstützt. Zusammenfassend kostet ein Schüler den Staat also je nach Schultyp zwischen 10.000 und 15.000 Euro pro Jahr an reinen Betriebskosten.

Kritik an der Verwendung der Mittel

Obwohl der Staat also mittlerweile so stark in unser Bildungssystem investiert, bemängeln Experten, etwa von der OECD, einer Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dass vorhandene Mittel oft nicht effektiv genug eingesetzt werden.

Beispielsweise soll viel Geld in der Bürokratie zwischen Bund, Ländern und Gemeinden verloren gehen, statt direkt für die Schüler oder für die Ausstattung der Schulen eingesetzt zu werden. Des Weiteren kritisieren sie, dass die Mittel oft gleichmäßig verteilt werden, statt gezielt in Bereiche zu investieren, die besonderen Förderbedarf aufweisen. Beispiele dafür wären der Fördermangel in der Sonderpädagogik, Elementarpädagogik und Sprachbildung.

Wo Verbesserungen möglich wären

Außerdem wird zwar insgesamt viel in unser Bildungssystem investiert, jedoch werden nur selten grundlegende Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Eine kleinere Klassengröße von unter 15 bis 20 Kindern würde laut Studien den messbaren Leistungserfolg steigern. Auch digitale Tools könnten gewinnbringend sein, da sie Lehrpersonen einen Großteil der Korrekturarbeit erleichtern könnten. Derzeit werden diese jedoch von Lernenden häufig eher als Ablenkung im Unterricht verwendet, statt als hilfreiches Werkzeug.

Geplante Sparmaßnahmen

Gleichzeitig plant unser Bildungsministerium, Sparmaßnahmen im Bildungssystem vorzunehmen. Bis 2029 sollen insgesamt rund 1,95 Milliarden Euro an Förderungen eingespart werden. Dafür soll laut dem Bundesministerium für Finanzen und dem Bildungsministerium künftig an den genannten Problemen gearbeitet und Steuergeld effizienter eingesetzt werden.

Das dadurch gesparte Geld soll unter anderem für die Sanierung des Staatshaushalts und den Abbau der Staatsschulden verwendet werden. Gleichzeitig soll genug übrig bleiben, um wichtige Zukunftsprojekte zu finanzieren.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen

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